Bernhard Gruber

„War so nervös, dass ich im Kreis gelaufen bin“

Salzburg
23.01.2026 17:45

Kombinierer-Legende Bernhard Gruber spricht in der „Krone“-Serie „Salzburger Olympia-Helden“ über Winterspiele bei 20 Grad Celsius, die Rolle als Ersatzmann bei den Titelkämpfen in Turin 2006 sowie das Gefühl, Aktivurlaub im Zeichen der fünf Ringe zu verbringen.

Die ersten Winterspiele verliefen für Bernhard Gruber entspannt. Der Pongauer, der mit 13 Jahren durch Toni Innauer bei der Nordischen Kombination landete, war 2006 als Ersatzmann dabei.

Und saugte alles wie ein Schwamm auf. „Ich hatte keinen Druck und konnte das Drumherum genießen. Das war richtig cool, da wollte ich auch unbedingt aktiv dabei sein.“

Gold-Quartett: Mario Stecher, Felix Gottwald, Bernhard Gruber und David Kreiner.
Gold-Quartett: Mario Stecher, Felix Gottwald, Bernhard Gruber und David Kreiner.(Bild: Christof Birbaumer)

Gruber: „Ich hatte das Gefühl, dass ich zu kränkeln beginne“
Vier Jahre später war es so weit. In Vancouver musste er auf der Normalschanze noch zuschauen, das brachte ihn aber nicht aus dem Konzept. Im Teambewerb auf dem großen Bakken führte kein Weg an ihm vorbei. „Der erste Einsatz war gleich im Team. Ich war so nervös, dass ich ein paar Runden im Kreis gelaufen bin. Ich hatte das Gefühl, dass ich zu kränkeln beginne. Die Trainer haben aber gleich gemeint, dass das nur die Nerven sind“, kann er heute darüber lachen.

Der damals 27-Jährige und seine Teamkameraden zeigten einen grandiosen Wettkampf, der im Olympiasieg gipfelte. „Das war Emotion pur! Du weißt gar nicht, was abgeht. David Kreiner ist gleich auf Mario Stecher gesprungen, Felix Gottwald und ich haben uns ungläubig angeschaut. Es war echt unglaublich!“

Gefeiert mit Lizz Görgl
Zwei Tage später legte er Einzel-Bronze nach. „An diesem Tag hat auch Lizz Görgl eine Medaille gewonnen, wir waren daher gemeinsam im TV-Studio“, schwelgt er in Erinnerungen. Beide kannten sich aus Stams. „Wir hatten damals oft zusammen musiziert. Ich an der Gitarre, sie hat gesungen. Für mich hat sich daher in Vancouver ein Kreis geschlossen, das war sensationell.“ Generell war er vom Ambiente angetan. „Landschaftlich war es auch genial. Für mich waren’s die schönsten Spiele.“

Vier Jahre später ging das Wintergefühl in Sotschi etwas verloren. „Wir hatten 20 Grad, es hat mich eher an Sommerspiele erinnert“, meint Gruber. „Uns war’s recht, wir hatten gutes Material.“ Im Teambewerb verhalf es Gruber und Co. zu Bronze. „Wir mussten in dieser Saison kämpfen, daher hat die Medaille einen hohen Wert!“

Bronze-Quartett 2014 in Sotschi: Lukas Klapfer, Christoph Bieler, Bernhard Gruber und Mario ...
Bronze-Quartett 2014 in Sotschi: Lukas Klapfer, Christoph Bieler, Bernhard Gruber und Mario Stecher (v. li.).(Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)

„Ich darf‘s ja eigentlich gar nicht sagen ...“
Selbiges gilt für Bronze in Pyeongchang 2018. „Im Teambewerb waren die Japaner die großen Konkurrenten, ich bin gegen Yamamoto gelaufen. Die Trainer haben immer gerufen: Er muss weg, er muss weg!“ Gruber blieb cool, zündete erst später den Turbo und legte den Grundstein für den dritten Platz.

Der Gedanke an Winterspiele löst im 43-Jährigen immer noch Gänsehaut aus. Und das Gefühl von Urlaub. „Ich darf’s ja eigentlich gar nicht sagen“, grinst er, „aber Olympia hatte immer was von Aktivurlaub. Gute Loipen, tolles Essen – es war alles inklusive!“ Nur die Medaillen gab es nicht zum Abholen.

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