08.04.2021 11:00 |

„Schaden wird größer“

SPÖ: Schmid kostete Republik Hunderte Mio. Euro

Auch wenn die Chats zwischen ÖBAG-Chef Thomas Schmid mit Bundeskanzler Sebastian Kurz und Finanzminister Gernot Blümel viele Fragen aufwerfen - Schmid bleibt trotz Rücktrittsforderungen der Opposition bis 2022 im Amt. Der SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter warf dem CEO nun vor, eher ein „CSO - ein Chief Sleeping Officer“, also ein schlafender Konzernchef, zu sein. Er rechnete vor, dass durch Schmids Versagen ein Schaden im Ausmaß von mehreren Hundert Millionen Euro für die Republik entstanden sei.

„Thomas Schmid ist ein Schaden, der größer wird, solange er bleibt“, prangerte Matznetter bei einer Pressekonferenz am Donnerstag ein „Millionengrab“ an. „Wie er agiert, ist geprägt davon, dass er nicht agiert“, warf der SPÖ-Politiker dem Kurz-Vertrauten Untätigkeit als ÖBAG-Chef vor. Sein Karriereweg sei von „Misserfolgen geprägt“. Es sei „erstaunlich, wieso Thomas Schmid immer noch in seiner Funktion ist“.

Er nannte dabei mehrere Beispiele. Bei der AUA sei durch das Rettungspaket des Staates ein Schaden von 450 Millionen Euro Schaden entstanden. Dennoch seien 650 Jobs bei der Fluglinie abgebaut worden, ärgerte sich Matznetter. Bei den Casinos Austria betrage der Schaden eine Dreiviertelmilliarde Euro, auch hier habe es ebenfalls einen massiven Jobabbau gegeben. Bei der OMV habe der Wertverlust durch Schmids Verschulden eine Milliarde betragen, wobei für ein Drittel der Steuerzahler aufkommen müsse.

Matznetter forderte den Finanzminister auf, die Aufsichtsräte sofort zu ersetzen. Gleichzeitig forderte SPÖ-Vizeklubchef Jörg Leichtfried den Rücktritt Blümels und kündigte an, dass die SPÖ einen Misstrauensantrag gegen den Minister unterstützen werde.

FPÖ fordert Reaktion vom Bundespräsidenten
Auch die FPÖ würde gerne Köpfe rollen sehen. Parteiobmann Norbert Hofer verglich die „Bussi-Bussi-Chats der ÖVP“ mit der Ibiza-Affäre und meinte, Bundespräsident Alexander Van der Bellen müsste die Regierung entlassen, wenn er in dieser Angelegenheit mit den gleichen Maßstäben messen würde. „Die ÖVP ist im Abstiegskampf. Es wird Zeit für eine Erwachsenen-Politik“, so Hofer.

ÖBAG-Aufsichtsrat: Schmid „hat guten Job gemacht“
Nach Veröffentlichung umstrittener Chats zwischen ÖBAG-Chef Schmid mit Kurz und Blümel wurden Rücktrittsaufforderungen laut. Schmid wird allerdings bis 2022 im Amt bleiben, dann läuft sein Vertrag aus. Der Vorsitzende des ÖBAG-Aufsichtsrates, Helmut Kern, erklärte gegenüber der „Krone“, es liege strafrechtlich nichts gegen den Alleinvorstand Schmid vor. „Schmid hat in der ÖBAG einen guten Job gemacht. Es gab keinen wirklichen Grund zur Vertragsauflösung, es war keine Gefahr im Verzug“, so Kern. 

Miriam Krammer
Miriam Krammer
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Samstag, 10. April 2021
Wetter Symbol