Lage bleibt angespannt

Jüngere sind öfter und länger auf Intensivstation

Oberösterreich übernahm acht Corona-Patienten aus anderen Bundesländern. Mit ihnen werden aktuell 72 Covid-Kranke auf den Intensivstationen betreut - ihr Durchschnittsalter ist 62 Jahre. Und sie bleiben länger. Primar Bernd Lamprecht setzt auf Durchimpfung der über 65-Jährigen: „Es wird ein knappes Wettrennen!“

Aktuell liegen in Österreich 581 Menschen auf Intensivstationen. Die Spitäler in Wien und NÖ stoßen an ihre Grenzen. Oberösterreich, das mit 457 Neuinfektionen an dritter Stelle liegt, könnte innerhalb der nächsten zwei Wochen die kritische Grenze überschreiten. Derzeit sind Kapazitäten da, daher übernahmen unsere Spitäler sieben Patienten von NÖ, einen aus Wien. Mit ihnen werden 72 Corona-Intensivpatienten in OÖ versorgt. „Doppelt so viele wie in der ersten Welle vor einem Jahr“, vergleicht Primar Bernd Lamprecht, Kepler Uniklinikum. Aber nur halb so viele wie in der zweiten Welle Ende 2020.

22 Prozent kommen auf Intensivstation
Auffällig: In der zweiten Welle landeten zehn Prozent der Spitalspatienten auf Intensivstationen, jetzt, in der dritten Welle sind es 22 Prozent. Grund: Die über 80-Jährigen sind nicht mehr hauptbetroffen - die Impfung wirkt. „Vierzig Prozent sind älter als 65 Jahre, zehn Prozent jünger als 50“, sagt Lamprecht.

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Bei 3000 Neuinfektionen pro Tag muss man mit 200 neuen Intensivpatienten pro Woche rechnen – das ist derzeit in Österreich der Fall.

Primar Bernd Lamprecht, Corona-Experte Kepler Uniklinikum

Impfplan-Einhaltung entlastet Spitäler
„Wenn es gelingt, bis Ende April alle Über-65-Jährigen zu impfen, würde das viele Intensivpatienten der Zukunft wegnehmen“, skizziert Lamprecht das Wettrennen zwischen Infektionszahlen und Impffortschritt.

Elisabeth Rathenböck
Elisabeth Rathenböck
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Freitag, 23. April 2021
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