03.04.2021 15:23 |

Von Pkw erfasst

Unfall in Wien: Trauer um Behindertenratspräsident

Trauer und Schock nach einem schweren Unfall Samstagfrüh in Wien - auch Spitzenpolitiker drückten ihre Anteilnahme aus. Wie sich herausstellte, handelt es sich bei dem tödlich verletzten Opfer um den Präsidenten des Österreichischen Behindertenrates, Herbert Pichler.

Wie berichtet, war es in der Breitenleer Straße im Bezirk Donaustadt am frühen Samstagmorgen zu dem tödlichen Unfall gekommen. Der 56-Jährige saß in seinem geparkten Wagen und öffnete die hintere Fahrzeugtür, als ein 33-jähriger Autolenker den Pkw rammte. Pichler erlitt bei dem Unfall so schwere Verletzungen, dass er noch am Unfallort starb. Der 33-jährige Unfalllenker stand laut Polizeiangaben unter dem Einfluss von Suchtmittel und besitzt auch keinen Führerschein.

„Unermüdlicher Einsatz für Menschen mit Behinderung“
Die Bestürzung über den Tod Pichlers ist immens. Wie der Österreichische Behindertenrat erklärte, stehe man unter Schock und könne kaum Worte finden. „Er kämpfte unermüdlich und mit vollem Herzblut für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Dass er jetzt so plötzlich und so brutal aus dem Leben gerissen wurde, ist für uns kaum zu begreifen“, so Michael Svoboda, Vizepräsident des Österreichischen Behindertenrates. Bundeskanzler Sebastian Kurz sprach am Samstag Nachmittag auf Twitter sein Beileid aus. 

Wie ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian bekannt gab, verliere man mit Pichler „viel zu früh einen Gewerkschafter, der sich mit unermüdlichem Einsatz für Menschen mit Behinderung stark machte“.

Auch der Obmann des Behindertenberatungszentrum BIZEPS zeigte sich bestürzt: „Wir sind geschockt und zutiefst traurig über das Ableben von Herbert“, so Martin Ladstätter. „Er war unser Freund und ein großartiger Verbündeter im Kampf für Selbstbestimmung und Gleichstellung behinderter Menschen“, erinnerte Ladstätter und ergänzte: „Wir haben auf tragische Weise einen Freund verloren.“

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Wir haben auf tragische Weise einen Freund verloren.

Martin Ladstätter, Obmann des Behindertenberatungszentrum BIZEPS

„Wir alle werden ihn sehr vermissen“
„Herbert Pichler war jemand, der sein Leben dem Kampf für die Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen gewidmet hat und sich mit aller Kraft für ein besseres Leben für Menschen mit Behinderungen eingesetzt hat. Für all das darf ich im Namen meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Herbert unseren größten Dank und Anerkennung aussprechen - wir alle werden ihn sehr vermissen“, erklärte auch Gesundheits- und Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne).

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Mit dem tragischen Tod von Herbert Pichler verliert Österreich eine der prägendsten Persönlichkeiten der österreichischen Behindertenpolitik.

Gesundheits- und Sozialminister Rudolf Anschober

Betroffen zeigte sich auch Arbeitsminister Martin Kocher. So würdigte er Pichler als „beeindruckende Persönlichkeit, die sich unermüdlich für Menschen mit Behinderung stark gemacht“ habe. Man werde Pichler „immer als engagierten und humorvollen Menschen in Erinnerung behalten“.

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Mit ihm verliert Österreich einen engagierten Kämpfer für Inklusion.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen zeigte sich über den Tod Pichlers „sehr betroffen“. „Mit ihm verliert Österreich einen engagierten Kämpfer für Inklusion, also dafür, dass Menschen mit Behinderung in vollem Umfang, gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können“, so Van der Bellen. „Unser Mitgefühl ist heute bei seiner Familie und seinen Angehörigen“, erklärte der Bundespräsident.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz
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