Aus dem Nest gefallen

Wann brauchen Vogelbabys wirklich Hilfe?

Im Frühling beginnt die Brutzeit vieler Vögel und gleichzeitig verzeichnen Tierschutzorganisationen verstärkt Anrufe von besorgten Gartenbesitzern und Spaziergängern. Scheinbar hilflos und verwaiste Vogelkinder sitzen am Wegesrand und viele Tierfreunde sind sich in dieser Situation unsicher. Oft wird vorschnell gehandelt und das Tier einfach mitgenommen. Das ist meist nicht nötig und kann für junge Vögel gefährlich werden.

Weltweit gibt es über 10.000 Vogelarten. Wichtig ist ihre Unterscheidung in Nestflüchter und Nesthocker. Nestflüchter können beim Schlüpfen bereits sehen, hören, laufen und selbstständig Nahrung aufnehmen. Schon am ersten Lebenstag entfernen sie sich von ihrem Nest. Nesthocker hingegen kommen nackt und blind zur Welt. Ihre Eltern füttern und umsorgen sie im Nest. Manche Arten erkunden die Umgebung ihres Nests, bevor sie fliegen können. Für aufmerksame Tierfreunde wirken diese Vogelbabys verlassen und hilflos.

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„Ab und an landet ein Jungvogel auf dem Boden, wo er von Spaziergängern meist unnötigerweise gerettet wird“

Ulrike Weinberger, Tierrettung des Österreichischen Tierschutzvereins

Wann Hilfe benötigt wird
In menschlicher Obhut schrumpfen die Überlebenschancen von Jungvögeln drastisch. Auch ihre Auswilderung gestaltet sich als äußerst schwierig. Eingegriffen sollte daher nur bei offensichtlicher Gefahr oder verlassenen Tieren werden. „Zuerst sollte immer nach einem Nest Ausschau gehalten werden. Unverletzte Vogelkinder dürfen angefasst und wieder ins Nest zurückgesetzt werden. Vogeleltern stören sich nicht am menschlichen Geruch“, informiert Weinberger.

Bei Verletzung sofort Hilfe holen
Lässt sich im Zeitraum von ein bis zwei Stunden kein Muttertier blicken, so sind Vogelkinder meist verlassen und auf menschliche Hilfe angewiesen. Ebenso junge Vögel, die sich kalt anfühlen und unaufhörlich betteln. Schnelle Hilfe brauchen auf jeden Fall „nicht vollständig befiederte Nesthocker, die sich außerhalb des Nestes befinden und Nestflüchter, die nicht mehr von ihren Eltern gefüttert werden“, so Weinberger. Die Tierrettung oder die nächstgelegene Wildtierhilfe sollte bei verletzten Vogeljungen sofort alarmiert werden!

 Tierecke
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Montag, 19. April 2021
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