22.03.2021 18:00 |

Schnee, dichter Nebel

Bergung auf Gletscher: Retter Stunden im Einsatz

Kräftezehrend, schweißtreibend - und unter widrigsten Wetterbedingungen - so ist der etwa acht Stunden andauernde Rettungseinsatz von Bergrettern in Vorarlberg zu beschreiben, die am Sonntag zwei Schweizer Skisportler am Ochsentaler Gletscher bergen mussten. Die Retter hatten alle Mühe zu den beiden Männern zu gelangen, machten doch dichter Nebel und starker Schneefall den Einsatz von Hubschraubern unmöglich. Die Einsatzkräfte mussten zu Fuß zu den Wintersportlern aufsteigen, einer von ihnen war schwer verletzt und musste mit dem Akia ins Tal transportiert werden.

Die beiden Tourengeher im Alter von 30 und 32 Jahren wollten am Sonntag eigentlich auf den Piz Buin steigen und anschließend im Winterraum der Wiesbadener Hütte übernachten. Sie starteten ihre Tour am Vormittag, Ausgangspunkt war die im Schweizer Kanton Graubünden gelegene Chamonna Tui-Berghütte.

20 Meter abgestürzt
Das Wetter jedoch spielte nicht mit - es herrschte dichter Nebel und ebenso starker Schneefall - weshalb sie ihre Pläne verwarfen und gegen Mittag über den Ochsentaler Gletscher in Richtung Wiesbadener Hütte abfuhren. Nur wenig später geschah das Unglück: Der Jüngere übersah offenbar aufgrund der schlechten Sicht einen Felsabsatz und stürzte rund 20 Meter in die Tiefe. Er zog sich schwere Verletzungen zu.

Sein Begleiter setzte daraufhin einen Notruf ab, da er sich noch im Schweizer Mobilfunknetz befand, wurde die Schweizerische Rettungsflugwacht alarmiert. Doch dem Notarzthubschrauber sollte es trotz mehrerer Versuche nicht gelingen zu landen. Der Einsatz musste abgebrochen werden.

Aufstieg dauerte zwei Stunden
Daraufhin wurde nach Angaben der Vorarlberger Polizei vom Montag die Bergrettung Partenen informiert. Nachdem sie per Vermuntbahn und Tunneltaxi auf Höhe Bielerhöhe gebracht worden waren, begann für die Einsatzkräfte der mühevolle Aufstieg zu Fuß. Mit Tourenski stiegen die Retter rund zwei Stunden zu den beiden Wintersportlern auf. Gegen 16.30 Uhr hatten sie die beiden erreicht.

Nach der Versorgung des Verletzten, der in einem Akia abtransportiert werden musste, begann gegen 17 Uhr der Abstieg, der seitens der Polizei „unter schwersten körperlichen Anstrengungen und widrigsten Wetterverhältnissen“ vonstattenging. Bei einsetzender Dunkelheit sei das südliche Ufer des Silvretta-Stausees knapp unterhalb der Bielerhöhe erreicht worden. Nach nochmaliger Überwindung von 50 Höhenmeter - kam der Trupp gegen 19.40 Uhr bei der Staumauer auf der Bielerhöhe an.

Von dort wurde der Verletzte per Tunneltaxi zur Vermuntbahn gebracht, gegen 20.50 Uhr in Partenen an die Rettung übergeben und ins LKH Feldkirch eingeliefert.

Im Einsatz standen die Bergrettung Partenen mit 14 Bergrettern und zwei Bergretterinnen, die Bergrettung Gaschurn und St. Gallenkirch mit acht weiteren Bergrettern, Beamte der alpinen Einsatzgruppe Bludenz, der Rettungshubschrauber REGA sowie der Polizeihubschrauber „Libelle“ und ein Rettungswagen sowie die Illwerke VKW.

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