19.03.2021 11:39 |

Proteste in Myanmar

Militär eröffnet Feuer: Acht Demonstranten tot

In Myanmar sind bei den anhaltenden Protesten gegen den Militärputsch am Freitag mindestens acht Menschen getötet worden. In Aungban in der Landesmitte seien Sicherheitskräfte zunächst mit Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen, später hätten sie dann das Feuer eröffnet, heißt es. Ein Sprecher der Militärjunta war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Ein Vertreter des Bestattungsdienstes in Aungban sagte der Nachrichtenagentur Reuters, sieben Menschen seien an Ort und Stelle getötet worden, ein weiterer sei verletzt worden und anschließend in einem Krankenhaus gestorben. Insgesamt sind in den vergangenen Wochen nach Angaben von Bürgerrechtlern mehr als 230 Menschen bei den Protesten im Zuge des Militärputsches vom 1. Februar ums Leben gekommen.

Massive Flugbewegung aus Stadt Yangon
Das brutale Vorgehen der Junta gegen Kritiker des Militärputsches führt unterdessen zu einer massiven Fluchtbewegung aus der Handelsmetropole Yangon. „Ich fühle mich nicht mehr sicher, in manchen Nächten kann ich nicht einmal schlafen“, sagte eine Bewohnerin von Yangon. Ein 29-jähriger Goldschmied berichtete per Telefon, er habe die Stadt bereits verlassen. „Es war zu qualvoll zu bleiben“, sagte er mit Blick auf das Vorgehen der Junta. Seit er die Stadt verlassen habe, fühle er sich „erleichtert und viel sicherer“.

Junta geht brutal gegen Demonstranten vor
Seit dem Militärputsch am 1. Februar befindet sich Myanmar in Aufruhr. Gegen die Proteste Zehntausender Menschen geht die Junta brutal vor. In sechs Stadtteilen von Yangon, der ehemaligen Hauptstadt des Landes, verhängte die Junta in dieser Woche das Kriegsrecht. Fast zwei Millionen Menschen unterstehen damit praktisch der direkten Kontrolle des Militärs.

De-facto-Regierungschefin Suu Kyi (Bild oben), deren Partei Nationale Liga für Demokratie die Parlamentswahl im November mit großem Vorsprung gewonnen hatte, wurde in Gewahrsam genommen und wird mehrerer Vergehen beschuldigt. Die Militär-Junta spricht von Betrug bei der Wahl.

Quelle: Agenturen

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