12.03.2021 01:05 |

Seit 1980 um 30% mehr

Studie: Allzeithoch bei Zwillingsgeburten weltweit

Seit den 1980er-Jahren kommen weltweit immer mehr Zwillinge zur Welt. Ein Team um Christiaan Monden von der Universität Oxford hat jetzt berechnete, dass zwischen den Jahren 2010 und 2015 zwölf von 1000 Geburten in 165 Ländern eine Zwillingsgeburt waren. Weltweit stieg die Zwillingsrate in den vergangenen 40 Jahren um ein Drittel.

Laut Angaben der Forscher lag die Zwillingsrate zwischen 1980 und 1985 noch bei neun von 1000 Geburten. Das gehe aus Zahlen von 112 Ländern hervor, schreiben sie in der Fachzeitschrift „Reproduction Medicine“. Jedes Jahr erblicken demnach etwa 1,6 Millionen Zwillinge das Licht der Welt.

Rate in Europa um 60% gestiegen
Etwa 80 Prozent der Zwillingsgeburten finden der Studie zufolge derzeit in Asien und Afrika statt. Aber die westlichen Länder holten auf: Während die Zwillingsrate in Afrika stabil blieb, stieg sie in Europa um fast 60 Prozent, in Nordamerika sogar um 71 Prozent. Auch in Asien erhöhte sie sich um 32 Prozent.

Allerdings deuten die Daten laut den Forschenden darauf hin, dass die Werte in Europa und Nordamerika bereits den Höhepunkt erreicht haben. Der Großteil des Anstiegs stammte von zweieiigen Zwillingen, während sich die Rate bei eineiigen Zwillingen kaum veränderte. Für diese Entwicklung machen die Wissenschaftler hauptsächlich die Erfolge der Fortpflanzungsmedizin verantwortlich. Auch das steigende Alter von Müttern spiele eine Rolle.

Westafrika gilt als „Zwilling-Hotspot“
Besonders in Afrika kommen viele zweieiige Zwillinge zur Welt, vor allem Westafrika gilt als „Zwilling-Hotspot“. Höchstwahrscheinlich spielt die genetische Disposition eine wichtige Rolle. Allerdings ist bei Zwillingen in Afrika das Risiko hoch, früh im Kindesalter zu sterben. So glichen sich die Zwillingsraten der europäischen Länder und Afrika zwar immer mehr an, doch bei den Überlebenschancen gebe es große Unterschiede. Dem Schicksal von Zwillingen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen müsse daher mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, so die Forscher.

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