Der Arbeitskampf in der amerikanischen Eishockey- Profiliga (NHL) spitzt sich nach fünf Wochen weiter zu. Die Absage der kompletten Saison scheint inzwischen kaum noch vermeidbar. Kommt es nicht bis spätestens 1. Dezember zu einer Einigung zwischen der NHL und den 30 Clubs auf der einen und der Spielergewerkschaft NHLPA auf der anderen Seite, ist eine Absage der Saison unausweichlich. Angesichts der unverändert starren Positionen ist eine Einigung bis zu diesem Termin aber mehr als unwahrscheinlich.
Als zusätzliches Druckmittel auf die SpielergewerkschaftNHLPA entschied die Ligenleitung am Dienstag in New York, angesetzteSpiele statt wie bislang 30 Tage künftig 45 Tage im Vorausabzusetzen. Offiziell heißt es, man wolle den Hallenbetreibernmehr Vorlaufzeit geben, die für NHL-Spiele reservierten Termineanders zu vergeben. "Da wir kein Interesse der Gewerkschaft anbaldigen Gesprächen erkennen können, erscheint es unssinnvoll, den Clubs und den Arenen mehr Flexibilität in ihrenBelegungsplänen zu geben", sagte NHL- VizepräsidentBill Daly.
Spieler-Gewerkschaft reagiert verschnupft Die Reaktion der Gegenseite ließ nicht langeauf sich warten. NHLPA-Verhandlungsführer Ted Saskin erhobden Vorwurf, es sei "klar ersichtlich, dass der Liga und den Teamsmehr daran gelegen ist, Konzerttermine zu buchen, als überein Ende des von ihnen ausgesprochenen Lock-out zu verhandeln".Exemplarisch für die übrigen Clubs kündigten dieBuffalo Sabres wegen des Arbeitskampfs weitere Entlassungen vonMitarbeitern an.
Deadline rückt näher Allein die Liga und deren Commissioner Gary Bettmanweiß verlässlich zu sagen, nach exakt welchem Datumdie Saison 2004/05 komplett ausfällt. Doch ist der Terminmit der jüngsten Maßnahme zwei Wochen näher gerückt.Vor Herausgabe der Memos an die Clubs waren bereits sämtlichebis einschließlich 17. November angesetzten 232 Saisonspieledem Tarifstreit zum Opfer gefallen. Am Donnerstag sind es biseinschließlich 4. Dezember bereits insgesamt 352. Mit jedemTag, der vergeht, wächst die Zahl - und die Wahrscheinlichkeiteines kompletten Ausfalls der Saison.
Einigkeit herrscht darüber, dass Mitte Jännerder späteste Beginn einer halbwegs sinnvollen Saison mitwenigstens 40 Vorrundenspielen pro Club ist. Dem vorausgehen müsstenTrainingslager von zumindest ein- bis zweiwöchiger Dauer.Der bislang letzte Lock-out 1994/95 währte 103 Tage und verkürztedie Saison auf 48 statt 82 Vorrundenspiele. Damals zeigten sichbeide Seiten gesprächsbereit und arbeiteten gemeinsam aneinem Kompromiss. In der Frage einer Gehaltsobergrenze, die imMittelpunkt des jetzigen Konfliktes steht, bleiben Eigentümerund Gewerkschaft jedoch stur.
"Bitte warten" für Österreicher Österreichs Eishockey-Cracks in Nordamerikamüssen sich damit weiter begnügen, in der AHL zu spielen.Derzeit sind 6 Österreicher bei NHL-Klubs engagiert - Vanekbei Buffalo, Pöck bei den NY Rangers, Brandner bei Minnesota,Divis bei St. Louis, Trattnig und Lakos bei Columbus - mit Ausnahmevon Divis (sucht Übergangslösung in Europa) spielenderzeit alle bei den Farmteams ihrer NHL-Klubs in der AHL.
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