07.03.2021 10:07 |

Politik Inoffiziell

Der Machtkampf in der Tiroler Volkspartei

In der Tiroler Volkspartei brodelt es gehörig. Der als „Kronprinz“ gehandelte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser „rät“ Landeshauptmann Günther Platter unverhohlen, Agenden abzugeben.

Nicht nur auf Bundesebene hat es die Volkspartei derzeit alles andere als leicht. Erstmals unter der Obmannschaft von Sebastian Kurz muss sie sich mehr als ihr lieb ist mit Problemen herumschlagen. Hausdurchsuchungen bei amtierenden sowie ehemaligen Ministern (Gernot Blümel, Josef Pröll, Wolfgang Brandstetter) sind da nur die Spitze des Eisberges, den „Kapitän“ Kurz zu bewältigen hat.

Walser ruderte zurück
Auch in Tirols VP brodelt es. Primär intern. So passiert einmal mehr diese Woche, als WK-Präsident Christoph Walser LH Günther Platter empfahl, die Tourismusagenden abzugeben, da dieser mit der Bewältigung der Corona-Krise mehr als genug zu tun hätte und Tirols Tourismus so zu wenig politisches Gewicht bekomme. Gesagt, aber natürlich von Platter nicht getan, maximal zur Kenntnis genommen. Schon tags darauf ruderte Walser zurück, nachdem er im Landhaus wohl eine Kopfwäsche erhalten haben dürfte.

Kampf um Platter-Nachfolge?
Walser agierte zuletzt immer öfter als Kronprinz, der es kaum erwarten kann, ganz nach oben zu kommen. Wer glaubt, dass bei diesen „Walser-Aufführungen“ der Zufall Regie führt, irrt. Im Hintergrund tobt längst ein Kampf um die Platter-Nachfolge, speziell zwischen dem Arbeiter- und Angestelltenbund (AAB) sowie Wirtschaftsbund. Auffällig ist, dass stets Klubchef Jakob Wolf für Platter in die Bresche springt und zur Verteidigung ausrückt. Platter sitzt zwar fest im Sattel, muss aber tatsächlich aufpassen, dass die Zahl jener, die sich hinterrücks gegen ihn positionieren, nicht ansteigt. Denn nicht wenige sind mit dessen Corona-Krisenmanagement unzufrieden. Vor allem hört man immer wieder den Vorwurf, dass Platter zu spät agiere, oft erst nach öffentlichem Druck reagiere. Zuletzt auch beim Thema südafrikanische Mutation im Bezirk Schwaz und Mayrhofen.

Pläne schon 2013 durchkreuzt
Doch Platter ist Politfuchs genug, um diese Signale zu deuten. Zumal er bereits einmal Pläne, ihn zu stürzen, durchkreuzte. Damals, bei der Landtagswahl 2013, als „Vorwärts Tirol“ antrat, um Tirol zu verändern. „Rädelsführer“ waren Anna Hosp, Christine Plörer und Hans Lindenberger, aber auch so manche Politiker, die sich heute im nahen Regierungs- und Landtagsumfeld von Platter sonnen und auffällig ruhig sind. Übrigens: Angetreten war die Vorwärts-Partei, weil „seitens der ÖVP kein Erneuerungswille erkennbar“ gewesen sei. Geworden ist es ein satter Bauchfleck, das oben genannte Trio spielt politisch kaum mehr eine Rolle.

Claus Meinert
Claus Meinert
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