Eher Opfer als Gauner

Luxusuhren verschollen: Paketbote (29) vor Gericht

Tirol
02.03.2021 07:15

Er liefert nach wie vor fast täglich bis zu 500 Pakete aus - und das, obwohl er verdächtigt wurde, Uhren im Wert von 30.000 Euro aus Sendungen gestohlen zu haben. Doch der in Tirol lebende Italiener beteuerte seine Unschuld. Der Dieb kann jeder gewesen sein.

„Hier wurde eindeutig ein Bauernopfer gesucht“, ist der Verteidiger des Sizilianers überzeugt. Im März des Vorjahres kam der frischgebackene Familienvater nach Tirol und soll schon bei einer seiner ersten Fahrten als Paketzusteller zugeschlagen haben. Eine Uhr der Marke Breitling fehlte im Paket an einen Juwelier. Ausgerechnet auf der Route des 29-Jährigen kamen in den Tagen darauf weitere vier Luxus-Uhren abhanden.

(Bild: Christof Birbaumer)

„Coole Socke“ oder Opfer?
Doch vor Gericht stellte sich heraus, dass zumindest zwei Sendungen gar nicht vom Angeklagten zugestellt wurden. „Er muss eine coole Socke sein, wenn er an seinem ersten Arbeitstag so eine Aktion gerissen hat“, meinte sogar der Staatsanwalt. Und auch die Richterin konnte nicht ausschließen, dass jemand die Uhren im Lager der Zustellfirma oder am Weg nach Tirol gestohlen hat. Der Italiener wurde freigesprochen.

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