01.03.2021 07:50 |

Infektionsgeschehen

Corona im Abwasser: Kein starker Anstieg in Tirol

Wie sich das Infektionsgeschehen in Tirol entwickelt, lässt sich mithilfe des Abwassermonitorings ein paar Tage voraus skizzieren. Die Analyse der neuesten Daten aus mittlerweile 43 Kläranlagen im ganzen Bundesland zeigt eine leicht steigende Tendenz nach längerer Seitwärtsbewegung.

Abwasser-Monitoring ist eine Methode, die international erst seit etwas mehr als einem halben Jahr zur Verfügung steht. Ein großer Vorteil besteht darin, dass Entscheidungsgrundlagen gewonnen werden können, ohne in die Privatsphäre einzelner Personen eingreifen zu müssen. Eine erhöhte Konzentration von Corona-Viren im Abwasser weist auf Cluster hin, bevor diese durch Tests identifiziert werden können.

Das Abwasser-Monitoring des Landes Tirol stellte bislang die Lage in guter Übereinstimmung mit anderen Parametern dar, die zu einer Gesamtbeurteilung herangezogen werden.

Abwärtsbewegung gestoppt
Nach dem deutlichen Anstieg der Werte von Oktober bis Mitte November 2020 ist die Covid-Konzentration im Abwasser seither zunächst - ebenfalls deutlich - wieder gesunken. Seit etwa Mitte Dezember 2020 ist nur mehr ein geringerer Rückgang oder fallweise auch moderater Anstieg zu verzeichnen.

Werte deutlich unter denen vom Herbst
Analog zum Infektionsgeschehen der letzten Wochen ist derzeit eine Seitwärtsbewegung bis hin zu teilweise leicht ansteigenden Tendenzen zu beobachten. Die aktuellen Daten liegen jedoch deutlich unter den Werten, die im Herbst 2020 aufgetreten sind. Die Probennahme erfolgt aktuell regelmäßig - teilweise täglich - bei 43 Tiroler Kläranlagen.

„Die Abwasser-Daten sind einer von mehreren wesentlichen Bausteinen einer ganzheitlichen Lagebeurteilung in Tirol. Das Institut für Gerichtliche Medizin an der Uni Innsbruck hat mit dem Land Tirol hier innerhalb Österreichs, aber auch darüber hinaus, eine Vorreiterrolle übernommen und Entwicklungsarbeit geleistet. So beginnen inzwischen auch andere Bundesländer diesem Beispiel mit Unterstützung der Tiroler Experten zu folgen“, sagt Gesundheits-Landesrat Bernhard Tilg (ÖVP) dazu.

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Neben dem Institut für Gerichtliche Medizin an der MedUni Innsbruck tragen von Landesseite Expertinnen und Experten der Abteilung Wasserwirtschaft und des Fachbereichs Landesstatistik und IT zum Erfolg dieses Projektes bei.

Gesundheits-Landesrat Bernhard Tilg von der Tiroler Volkspartei.

Monitoring seit halbem Jahr flächendeckend
Das SARS-CoV-2-Abwasser-Monitoring Tirol habe sich seit den ersten Schritten im August/September 2020 und insbesondere seit Aufnahme des praktisch flächendeckenden Regelbetriebs Mitte November 2020 als Teil eines umfassenden Datenmanagements bewährt.

Modellrechnungen sagten Anstieg voraus
Die Grafik (oben) zeigt die aktuelle Entwicklung für die Summe aller ausgewerteten Tiroler Kläranlagen. Dargestellt ist der Verlauf der zu erwartenden Anzahl von SARS-CoV-2-Ausscheidern anhand der gezogenen Proben.

Die Grafik zeigt zuletzt einen Anstieg, aber ein exponentielles Wachstum – wie von so mancher Modellrechnung ab 20. Februar befürchtet – ist nicht absehbar. Zumindest derzeit.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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