23.02.2021 15:09 |

Aus eins mach zwei

Ur-Mond des Mars wurde in zwei Stücke gerissen

Der Mars besitzt zwei kleine unregelmäßig geformte Monde, Phobos und Deimos, die unseren Nachbarplaneten der Erde in sehr geringem Abstand umkreisen. Doch das war nicht immer so. Früher wurde der Rote Planet nur von einem Trabanten umkreist. Als dereinst ein größerer Brocken diesen Himmelskörper traf, zerbrach er - in die Monde Deimos und Phobos.

Bislang hielt man Deimos und Phobos aufgrund ihrer Form und Größe für zwei eingefangene Asteroiden. Gegen diese Theorie sprach allerdings, dass die beiden Monde ihren Mutterplaneten kreisförmig in dessen Äquatorebene umkreisen. Die Forscher an der ETH und der Universität Zürich zeichneten nun aufgrund von Computersimulationen eine andere Geschichte dieser zwei Trabanten.

Demnach sind Deimos und Phobos die Überreste eines zerbrochenen Ur-Mondes, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature Astronomy“. Zudem entferne sich Deimos derzeit ganz langsam vom Roten Planeten, während Phobos in etwa 39 Millionen Jahren auf den Mars stürzen oder bei seiner Annäherung durch Gravitationskräfte auseinandergerissen werde.

Marsmonde sehen aus wie Kartoffeln
Die im Jahr 1877 entdeckten Marsmonde Phobos und Deimos sehen aus wie zwei Kartoffeln und besitzen einen Durchmesser von 22 beziehungsweise zwölf Kilometer - verglichen mit dem irdischen Trabanten sind sie winzig. Die Forscher fanden mit ihren Simulationen heraus, dass sich die Bahnen der aus porösem Material bestehenden Marsmonde in der Vergangenheit wohl gekreuzt hatten. „Das heißt, die Monde waren sehr wahrscheinlich am selben Ort und müssen deshalb den gleichen Ursprung haben“, wird der ETH-Geophysiker Amir Khan in einer Aussendung der Hochschule zitiert.

Japanische Sonde soll Proben sammeln
Die Geburtsstunde der beiden Monde, als ein größerer Brocken den Jahrmilliarden alten Ur-Mond in zwei Stück zerriss, war je nach Simulation vor ein bis 2,7 Milliarden Jahren. Der genaue Zeitpunkt hängt von den physikalischen Eigenschaften von Phobos und Deimos ab, so die Forscher. Im Jahr 2025 soll eine japanische Sonde Gesteinsproben von Phobos (Bild oben) einsammeln.

Quelle: APA/sda

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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