19.02.2021 19:43 |

Bei Judo-Turnier

Iranischer Ex-Champ nach WM-Eklat in Israel dabei!

Der frühere Judo-Weltmeister Saeid Mollaei ist nach seiner Flucht aus dem Iran erstmals bei einem internationalen Turnier in Israel angetreten! Der 29-Jährige, der nach seiner Flucht in Deutschland Asyl beantragt hatte, erreichte am Freitag beim Grand Slam in Tel Aviv in der Klasse bis 81 Kilogramm den zweiten Platz. Mollaei, der nach seiner Flucht aus dem Iran auch in Österreich angetreten war und mit den Galaxy Tigers Meister 2019 war, startet nun für die Mongolei.

Mollaei war bei der WM im August 2019 in Tokio zum Spielball der Politik geworden. Der Iraner war damals von Verantwortlichen seines Verbandes und anderen Offiziellen angewiesen worden, im Halbfinale gegen den Belgier Matthias Casse nicht anzutreten oder absichtlich zu verlieren, um danach nicht gegen den Israeli Sagi Muki kämpfen zu müssen. Seit Jahrzehnten verbietet es der Iran, der Israel als Staat nicht anerkennt, seinen Sportlern, gegen Israelis anzutreten.

Trotzdem ging Mollaei gegen den Belgier auf die Matte, verlor den Kampf aber völlig entnervt knapp. Daraufhin floh der Judoka aus dem Iran, lebt nun an einem unbekannten Ort in Deutschland und kämpft für die Mongolei, für die er auch an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen will. Der iranische Judo-Verband wurde vom Weltverband als Reaktion mit einer Sperre belegt.

In Tel Aviv kam es nun auch zu einem Wiedersehen mit Muki. „Willkommen Bruder“, schrieb der 28-jährige Israeli in den sozialen Netzwerken zu einem Foto der beiden. Mollaei bedankte sich nach seiner Ankunft für den freundlichen Empfang und trainierte auch mit Israelis. Muki sagte nach Medienberichten in einem Radiointerview, Mollaeis Besuch sei eine große Botschaft an die Welt.

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