Mehr als 100 Verletzte

Starkes Erdbeben erschütterte Fukushima

Ausland
14.02.2021 10:40
Porträt von Martin Grob
Porträt von Mara Tremschnig
Von Martin Grob und Mara Tremschnig

Ein schweres Erdbeben mit einer Stärke von 7,3 auf der Richterskala hat am späten Samstagabend (Ortszeit) den Nordosten Japans erschüttert. 104 Menschen wurden verletzt, Tote wurden nicht gemeldet. Das Erdbebenzentrum lag vor der Provinz Fukushima in einer Tiefe von 60 Kilometern. Fast eine Million Haushalte waren vorübergehend ohne Strom, fast 5000 auch ohne funktionierende Wasserversorgung. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht ausgegeben. 

Die Behörden meldeten zwei Erdrutsche, einen auf einer Landstraße und einen auf einer abgelegenen Rennstrecke. In der betroffenen Region fiel kurz nach dem Beben in rund 950.000 Haushalten der Strom aus. Sonntagfrüh war die Versorgung aber wieder hergestellt.

Wegen der erwarteten schweren Regenfälle in der kommenden Woche warnte Regierungssprecher Katsunobu Kato vor weiteren Erdrutschen. 4800 Haushalte hätten zudem keine Wasserversorgung mehr.

Die Region war vor fast genau zehn Jahren von einem schweren Erdbeben der Stärke 9.0 und einem gewaltigen Tsunami verwüstet worden. Damals kamen rund 18.500 Menschen in den Fluten ums Leben. Im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi kam es damals zu einem Super-GAU.

Betreiber prüft Schäden an Atomruine
Der Atombetreiber Tepco stellte keine Unregelmäßigkeiten an der Atomruine Fukushima Daiichi fest. Auch aus anderen derzeit stillgelegten Atomkraftwerken gab es keine Berichte über Schäden durch das Beben um 23.08 Uhr (Ortszeit).

Die Erschütterung vom Samstag ließ auch im Großraum Tokio die Gebäude lange Zeit schwanken (siehe Video unten). In Hunderttausenden Haushalten in ganz Japan kam es zu Stromausfällen.

Heftige Erschütterungen bei Erdbeben in Japan:

Japan gehört zu den am stärksten von Erdbeben gefährdeten Ländern der Welt. In der Region treffen vier tektonische Platten zusammen, die Pazifische, die Nordamerikanische, die Eurasische und die Philippinische Platte, weshalb es immer wieder zu Erdbeben kommt.

Quellen: APA/dpa

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