07.02.2021 17:00 |

20,5 Mio. € für Lifte

272 Sessel werden komplett von der Rolle sein

Nachdem der Imster TVB-Aufsichtsrat nach den Protesten der Touristiker die nötigen fünf Millionen doch frei gab, wird nun mit Hochdruck an der Realisierung des Projektes „Bergbahnen neu“ gearbeitet. 20,5 Millionen Euro für ein Kleinstskigebiet, in dem kaum ein Stein und ein Seil auf dem anderen bleibt. Alles neu macht der Mai.

Die Aufregung unter den Imster Touristikern hat sich gelegt. Wie berichtet, segnete der Aufsichtsrat von Imst Tourismus den Fünf-Millionen-Anteil des TVB für den Neubau der Imster Bergbahnen in letzter Minute ab (vorher gab er das Okay für „nur“ 3,7 Millionen Euro), sodass die 20,5 Millionen Euro für das Kleinstskigebiet nun ausfinanziert sind. Wie ausgemacht geht’s jetzt ans Eingemachte. „Wir gehen den seit zwei Jahren akribisch vorbereiteten Neubau beider Sektionen nicht aus Eitelkeit, sondern aus Notwendigkeit an“, sagt GF Bernhard Schöpf, „beide Bahnen wurden in den 1990er-Jahren errichtet. Es gibt Expertisen, die belegen, dass die Lifte nicht mehr wirtschaftlich zu führen sind.“ Der Kostenanteil der Bergbahnen von 6,35 Millionen Euro sei „natürlich viel Geld“, aber es gebe keinerlei Alternativen.

Teure Instandhaltung
„Die Instandhaltung ist mittlerweile extrem teuer“, ergänzt Betriebsleiter Stefan Kropf, „beide Bahnen sind Unikate, das heißt, dass alle Ersatzteile eigens angefertigt werden müssen. Wenn beispielsweise das Getriebe des Alpjochliftes ein Problem hat, ist überhaupt Ende.“ Eine neue Steuerung vor fünf Jahren verschlang 380.000 Euro, im Vorjahr musste man für die Instandhaltung satte 400.000 Euro berappen. Schöpf weiter: „Und heuer wäre die gesetzlich vorgeschriebene Seilbahnüberprüfung bis in alle Details angefallen. Die hätte uns garantiert mehrere 100.000 Euro gekostet.“ Billig ist das Projekt, das sich die Stadt Imst als Mehrheitseigentümer ebenfalls 6,35 Millionen Euro kosten lässt, in Zeiten klammer Kassen allerdings nicht.

Erste Fahrt im Dezember
Kein Wunder, wird doch mit den bestehenden Bahnen tabula rasa gemacht: 62 Gondeln ersetzen 272 Sessel, Fundamente und Stützen neu, die Mittelstation wird adaptiert plus Neubau, die Talstation in Hoch-Imst umgebaut. „Wichtig ist auch die Barrierefreiheit“, wirft Schöpf ein. Es sei jetzt ein guter Zeitpunkt für die Investition, weil man auf Grund des weltweiten Umsatzeinbruches der Seilbahnhersteller einen guten Preis bekomme. Für den Geschäftsführer folgt allerdings mit dem Einreichen der Konzession und den Genehmigungsverfahren eine stressige Zeit. Die nehme er für das zentrale Element des hiesigen Tourismus gerne in Kauf. Läuft alles wie geschmiert, dann soll das Projekt spätestens im Mai gestartet werden - vorbehaltlich sämtlicher notwendiger Genehmigungen. Kaum zu glauben:  Bereits im Dezember soll die Jungfernfahrt steigen!

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