18.01.2021 09:53 |

„Sörensen hat Angst“

Bjarne Mädel: Schlaflose Nächte wegen Regiedebüt

Ob als Schotty im „Tatortreiniger“, Schäffer in „Mord mit Aussicht“ oder Georg in „25 km/h“: Bjarne Mädel hat ein Gespür für Stoffe, die gut ankommen. Nun hat er erstmals Regie geführt. Mädel drehte im Frühjahr 2020 im friesischen Varel und Umgebung in Norddeutschland den Krimi „Sörensen hat Angst“. Der düster-lakonische Nordsee-Krimi läuft am Mittwoch im Ersten.

Schauspieler Bjarne Mädel hatte wegen seines Regiedebüts nach eigenen Worten schlaflose Nächte. „Als Regisseur bist du halt für alles verantwortlich. Von A bis Z“, sagte Mädel der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Die Arbeit als Regisseur sei einerseits wahnsinnig beglückend und befriedigend, wenn sie klappe. „Andererseits ist das aber auch so beängstigend. Wenn man nachts wach liegt und eine Panikattacke bekommt, weil man nicht weiß, was man machen soll, wenn es morgen immer noch regnet“, so Mädel.

Hauptrolle übernahm er selbst
Die Hauptrolle des Hauptkommissars übernahm er selbst. An seiner Seite spielen unter anderem Matthias Brandt, Peter Kurth, Katrin Wichmann und Anne Ratte-Polle.

Wenn er einen Schauspieler für zehn Stunden gebucht habe und davon regne es acht Stunden, sei das schon enormer Stress für den Regisseur, sagte Mädel. „Dann weiß ich einfach: Wenn ich diese Szene heute nicht in den Kasten kriege, dann kriege ich Peter Kurth das nächste Mal in sieben Monaten“, sagte der 52-Jährige.

Will nicht dauerhaft die Seite wechseln
Für sein Debüt hatte Mädel eigentlich keinen Krimi geplant, sagte der gebürtige Hamburger weiter. „Das ist mir so vor die Füße gefallen, weil ich mit Sven Stricker sehr verbandelt bin durch die Hörspiele und wir befreundet sind. Ich hätte sonst gewartet, bis ich was Verrückteres finde als Stoff.“ Stricker schrieb das Hörspiel, den Roman und nun auch das Drehbuch zum Film. Dass er künftig nur noch als Regisseur arbeiten wird, schließt Mädel aus: „Ich möchte jetzt nicht dauerhaft die Seiten wechseln. Es muss irgendwie passen.“

Durch „Sörensen hat Angst“ sei ihm der enorme Zeitaufwand eines Regisseurs noch bewusster geworden. Er habe beispielsweise mit dem Team schon zwei Jahre vorher das erste Mal über diese Idee gesprochen, über ein Jahr an dem Drehbuch gesessen und lange nach den richtigen Drehorten gesucht. Und nach dem Dreh war die Post-Produktion dran. „Mein Respekt vor diesem Beruf ist auf jeden Fall noch einmal gewachsen.“

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