09.01.2021 10:57 |

Schulchaos geht weiter

Eltern und Schüler tappen weiterhin im Dunkeln

Nach geltender Gesetzeslage sollen die Schüler am 18. Jänner wieder im Klassenzimmer sitzen, das hatte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) Anfang Jänner betont. Doch ob das tatsächlich passiert, ist weiter unklar. Bei einer Pressekonferenz am Samstagvormittag konnte oder wollte der Minister diesen Termin nämlich nicht bestätigen. Einen fixen Termin könne er - angesichts der momentanen Infektionszahlen - erst in den kommenden Tagen bekannt geben, sagte Faßmann. Eltern und Schüler tappen also weiterhin im Dunkeln.

Auf Nachfrage erklärte Faßmann, einen genauen Termin werde man erst Anfang bzw. Mitte kommender Woche - nach Gesprächen mit den Landeshauptleuten - bekannt gegeben werden. Möglich wäre neben einem österreichweiten Vorgehen auch eine regionale Lösung, also eine Öffnung nur in jenen Regionen mit niedriger Infektionszahl - beide Modelle hätten aber Vor- wie Nachteile, so der Minister. Wenn die Schulen öffnen, sollen dann auch die Oberstufen zurückkommen. Die Rückkehr erfolge aber in einem Sicherheitsnetz, so Faßmann: „Testen ist die einzige Antwort.“

Fünf Millionen Corona-Selbsttest für die Schulen
Die Schulen erhalten deshalb ab 18. Jänner fünf Millionen kostenlose Corona-Selbsttests. Die neuen „Anterio-Nasal-Tests“ erlauben einen einfachen Abstrich mit einem Tupfer im vorderen Nasenbereich. Schüler und Lehrer sollen einmal pro Woche auf freiwilliger Basis die Möglichkeit haben, diesen Test durchzuführen. Die Teilnahme ist freiwillig. „Es gibt weder Zuckerbrot noch Peitsche“, so Faßmann. Kinder unter 14 Jahren brauchen eine Einverständniserklärung der Eltern - liegt diese nicht vor, bekommen sie auch keinen Test.

Der neue Test funktioniert recht simpel und ist aufgrund der Abnahme im vorderen Nasenbereich auch nicht schmerzhaft: Nach der Abnahme wird der Tupfer in einem Faltkarton mit einer Flüssigkeit beträufelt, der Karton anschließend zugeklappt. Innerhalb weniger Minuten erscheint dann das Ergebnis auf der Vorderseite. Bei einem positiven Resultat sind die Gesundheitsbehörden zu verständigen und ein PCR-Test durchzuführen. Angestrebt wird künftig die Möglichkeit zur wöchentlichen Testung. „Montag ist Testtag“, meinte Faßmann.

Volksschüler sollen die Testkits mit nach Hause nehmen und mit ihren Eltern gemeinsam die Tests durchführen. Ab der Unterstufe bzw. Mittelschule bekommen die Kinder und Jugendlichen an der Schule eine Anleitung zur Handhabe des Tests etwa durch Videos oder geschultes Personal wie Schulärzte. Ab dem zweiten Durchlauf erhalten sie dann die Tests nach Hause mit.

Elternvertreter und Opposition erwarten Rückkehr
Der Dachverband der Elternvereine an öffentlichen Pflichtschulen hatte am Mittwoch in einer Aussendung betont, dass man „wie angekündigt“ eine Rückkehr der Schüler am 18. Jänner erwarte. „Der Dachverband trat immer und tritt weiterhin für geregelten und kontinuierlichen Präsenzunterricht ein.“

NEOS-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre erwartet sich ebenfalls regulären Unterricht ab 18. Jänner. Sie pocht dabei auf entsprechende Tests und ein umfassendes Sicherheitskonzept, das bis dahin ausgearbeitet und endlich umgesetzt werden müsse. Auch SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid hatte sich zuletzt für diesen Starttermin ausgesprochen und einmal mehr eine Teststrategie für Schulen und ein weitreichendes Sicherheitskonzept eingefordert. Die FPÖ hat zuletzt ebenfalls auf eine Rückkehr in den Präsenzunterricht ab dem 18. Jänner gepocht.

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