Große Enttäuschung

Wen die Schließung des Grazer Roche-Standorts trifft

Steiermark
18.11.2010 14:59
Gerade, als sich die steirische Wirtschaft einigermaßen erholt hatte, ist der Tiefschlag gekommen. Der Pharmariese Roche, spezialisiert auf die Medikamenten-Entwicklung, zieht die Produktion aus Graz ab und streicht 430 Arbeitsplätze. Im Hintergrund waren Klagen laut geworden: Die Grazer Flug-Anbindung sei schuld daran.

Die Landespolitik ist auf den Pharmariesen alles andere als gut zu sprechen. "Ich werde alle Hebel in Bewegung setzen, um mit den Verantwortungsträgern von Roche ein Überdenken dieser bedenklichen Entscheidung herbeizuführen!", wettert ÖVP-Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann. Und FPÖ-Landesparteisekretär Mario Kunasek legt nach: "Es kann nicht sein, dass dieses Unternehmen Förderungen des Landes in Höhe von 1,4 Millionen Euro kassiert und dann einfach die Steiermark verlässt."

Betroffen von der Sperre sind wichtige Branchen. 

  • Humantechnologie: Mit 4,3% Forschungsquote ist die Steiermark Vizeeuropameister bei Forschung und Entwicklung und hat in die Humantechnologie zuletzt viel Geld gebuttert. 
  • Forschung: Medizinische und Technische Universität sowie Joanneum Research waren und sind kompetente Kooperationspartner des Schweizer Pharmariesen. Deshalb bedauert der Rektor der Med-Uni Graz, Josef Smolle, im "Steirerkrone"-Gespräch das Aus: "Sehr schade - aktuell haben wir aber keine Projekte mit Roche laufen."

Im Hintergrund waren immer wieder Klagen von Roche-Mitarbeitern laut geworden, dass die Anbindung von Graz ans internationale Flugnetz mangelhaft sei. Lediglich ein täglicher Flug nach Zürich sei für einen internationalen Forschungskonzern viel zu wenig.

von Gerald Schwaiger und Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"

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