Vital wirkt das "Vitalbad" im Zentrum nicht mehr: Der Kurbetrieb aus den 70ern ist in die Jahre gekommen, längst wird an einem Neubau gefeilt. Im August schien endgültig alles auf Schiene zu sein: Ab Sommer 2011 sollen am idyllisch gelegenen Reiterer Plateau Bagger auffahren - so ist zumindest der Plan. Denn jetzt geht es mit den Protesten erst so richtig los: 74 Ausseer Wirtschaftstreibende haben sich formiert und plädieren mit einer Petition vehement dafür, dass es doch zum Neubau am alten Standort kommt. Ihr Argument: Das Projekt wurde mittlerweile deutlich verkleinert, daher habe es auch im Zentrum Platz.
Volksbank-Direktor kämpft an vorderster Front
An vorderster Front agiert Herbert Angerer, Direktor der lokalen Volksbank und überregional als Kämpfer für den Erhalt der Chirurgie bekannt: "Wir wollen keinen toten Stadtkern, das Kurbad wäre ein Frequenzbringer." Angerer verfolgt auch ein konkretes wirtschaftliches Interesse: Das Hotel Erzherzog Johann direkt beim Bad gehört nämlich der Volksbank. Unterstützung kommt von den Grünen: "Wir werden das Thema in den Landtag bringen. Das Projekt muss zurück an den Start!", sagt Lambert Schönleitner.
Bürgermeister Otto Marl (SP) verteidigt hingegen die Pläne am Plateau: "Beim derzeitigen Kurbad hat die Gemeinde jährlich ein Minus von 200.000 Euro abzudecken, dazu kommen die Sanierungen. Das würde alles wegfallen." Im Zentrum würde Marl lieber ein neues Hotel sehen, Interessenten dafür soll es bereits geben.
Die Friedenspfeife wird am Fuße des Loser wohl nicht so bald geraucht werden. Für Außenstehende besonders verwunderlich: Dass nach zehn Jahren Planung knapp vor Baustart wieder alles in Frage gestellt wird…
Daten und Fakten
von Jakob Traby, "Steirerkrone"
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