Wo soll's jetzt hin?

Wilder Streit um Kurbad Aussee nach 10 Jahren Planung

Steiermark
17.11.2010 15:36
Es herrscht schon wieder dicke Luft in Bad Aussee. Nach der Chirurgie wird jetzt um den Standort für das neue Kurbad gestritten. Eigentlich schien am Reiterer Plateau alles auf Schiene, doch jetzt schießen die lokale Wirtschaft und auch die Grünen quer.

Vital wirkt das "Vitalbad" im Zentrum nicht mehr: Der Kurbetrieb aus den 70ern ist in die Jahre gekommen, längst wird an einem Neubau gefeilt. Im August schien endgültig alles auf Schiene zu sein: Ab Sommer 2011 sollen am idyllisch gelegenen Reiterer Plateau Bagger auffahren - so ist zumindest der Plan. Denn jetzt geht es mit den Protesten erst so richtig los: 74 Ausseer Wirtschaftstreibende haben sich formiert und plädieren mit einer Petition vehement dafür, dass es doch zum Neubau am alten Standort kommt. Ihr Argument: Das Projekt wurde mittlerweile deutlich verkleinert, daher habe es auch im Zentrum Platz.

Volksbank-Direktor kämpft an vorderster Front
An vorderster Front agiert Herbert Angerer, Direktor der lokalen Volksbank und überregional als Kämpfer für den Erhalt der Chirurgie bekannt: "Wir wollen keinen toten Stadtkern, das Kurbad wäre ein Frequenzbringer." Angerer verfolgt auch ein konkretes wirtschaftliches Interesse: Das Hotel Erzherzog Johann direkt beim Bad gehört nämlich der Volksbank. Unterstützung kommt von den Grünen: "Wir werden das Thema in den Landtag bringen. Das Projekt muss zurück an den Start!", sagt Lambert Schönleitner.

Bürgermeister Otto Marl (SP) verteidigt hingegen die Pläne am Plateau: "Beim derzeitigen Kurbad hat die Gemeinde jährlich ein Minus von 200.000 Euro abzudecken, dazu kommen die Sanierungen. Das würde alles wegfallen." Im Zentrum würde Marl lieber ein neues Hotel sehen, Interessenten dafür soll es bereits geben.

Die Friedenspfeife wird am Fuße des Loser wohl nicht so bald geraucht werden. Für Außenstehende besonders verwunderlich: Dass nach zehn Jahren Planung knapp vor Baustart wieder alles in Frage gestellt wird…

Daten und Fakten

  • Im Jahr 2000 gab es einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss für einen Neubau des Kurbads an der Peripherie.
  • Vier Jahre später kaufte die Gemeinde ein 58.000 m2 großes Grundstück am Reiterer Plateau. Schon damals waren die Investoren Reinhard Hohenberg und Romuald Bertl mit an den Bord.
  • Als Betreiber war ursprünglich Falkensteiner vorgesehen, mittlerweile ist es die Lindner-Gruppe. Sie reduzierte das Projekt von 46 auf 26 Millionen Euro (ein Drittel für eine Appartementanlage mit 112 Betten).
  • Die Finanzierung steht zwar, allerdings fehlt noch ein Beschluss der Landesregierung für eine 2,5-Millionen-Euro-Förderung. In dieser Sache prüft noch die Gemeindeaufsicht. 

von Jakob Traby, "Steirerkrone"

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Steiermark
17.11.2010 15:36
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Steiermark
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt