Keine Stallorder

Red Bull greift nicht ein – Fahrer haben alle Freiheiten

Sport
12.11.2010 10:06
Stallorder? Nein, danke. Das Formel-1-Team Red Bull hat im Vorfeld des WM-Finales in Abu Dhabi noch einmal betont, in keiner Weise in die Titelentscheidung einzugreifen. Sowohl Mark Webber als auch Sebastian Vettel hätten am Sonntag (14.00 Uhr/live ORF1) im großen Showdown in den Vereinigten Arabischen Emiraten alle Freiheiten. Das werde auch im gesamten Rennverlauf so bleiben, versprach Red-Bull-Teamchef Christian Horner vor Journalisten.

Webber geht mit acht, Vettel mit 15 Punkten Rückstand auf WM-Leader Fernando Alonso in die Entscheidung. Sollte der Spanier im Ferrari aus irgendeinem Grund nicht mehr im Rennen sein, könnten die Bullen den Titel sogar untereinander ausfahren - Rad-an-Rad, im besten Auto der Saison. "Das würden wir ihnen niemals verbieten", betonte Horner. "Um als Erster ins Ziel zu kommen, muss man aber ins Ziel kommen. Das wissen die Fahrer auch."

Vettel will im Fall der Fälle "für das Team" fahren
Überhaupt überträgt der österreichisch-englische Rennstall sehr viel Verantwortung an seine Piloten - auch jene, den Teamkollegen im WM-Kampf zu unterstützen, sollte die eigene Chance dahin sein. Das träfe bei einer Doppelführung der Bullen vor Alonso auf Vettel zu. Der Deutsche könnte damit den Australier zum Weltmeister machen, wenn er ihn vorbeilässt. Vettel hatte zuletzt bereits angedeutet, im Fall der Fälle "für das Team" zu fahren.

"Das Team wird aber keine Anweisungen geben. Wenn er das macht, dann ist es ganz allein seine Entscheidung", versicherte Horner. Auch Rennstallbesitzer Dietrich Mateschitz, der am Wochenende selbst nach Abu Dhabi kommt, hatte sich bereits mehrfach einem Eingreifen in den Titelkampf verwehrt. "Es liegt unserer Meinung nach beim Fahrer. Wenn er das machen will, dann ist es eine Geste von ihm und keine Anweisung des Teams", erklärte Horner.

Horner: "Beide wären verdiente Weltmeister"
Nach dem erstmals errungenen Konstrukteurs-Titel würde die in der Öffentlichkeit mehr beachtete Fahrer-WM noch einmal zusätzliches Prestige einbringen. Der 23-jährige Vettel kommt zwar aus dem eigenen Nachwuchsprogramm, dennoch wäre ein Fahrertitel mit Webber für das Team genauso schön, betonte Horner. "Für uns spielt das keine Rolle", versicherte der Engländer. "Beide wären verdiente Weltmeister. Und sie haben beide nichts zu verlieren."

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