28.11.2020 08:10 |

Appell aus Bevölkerung

„Parkgebühren bei der Klinik Innsbruck aussetzen!“

Das Gesundheitssystem in Österreich stößt seit Tagen an seine Grenzen und sowohl Pfleger als auch Ärzte stehen kurz vor dem Burnout, wie die „Krone“ mehrfach berichtete. Der Tiroler Manfred Höfner ist zwar selbst nicht im Gesundheitssystem tätig, kennt aber einige, die in dem Bereich derzeit Unmenschliches leisten. Bei der „Tiroler Krone“ meldete er sich, weil ihm in der Thematik etwas sauer aufstößt ...

... Denn was im ersten Lockdown möglich war, scheint im zweiten zwar in Salzburg und Wels wieder machbar zu sein, nicht jedoch in Innsbruck. Die Rede ist von der Aussetzung der Parkgebührenpflicht. Diese wurde im Frühjahr recht rasch beschlossen, damit die Bürger ihre Autos stehen lassen konnten und sich medizinisches Personal mit der Bekämpfung der Pandemie statt dem Nachschmeißen von Geldmünzen beschäftigen konnte.

Anfrage im Landhaus brachte auch nichts
Höfner, der mehrere Bekannte hat, die in der Intensivstation der Klinik beschäftigt sind, hat diesen versprochen, dass er sich für eine neuerliche Aussetzung der Parkgebühren starkmachen werde. „Ich habe im Innsbrucker Rathaus angerufen und wurde darüber informiert, dass man das für das Pflegepersonal in der Klinik prinzipiell gerne machen könne, wenn das gebraucht werde.“ Geschehen ist daraufhin jedoch nichts. Also versuchte es Höfner direkt beim Land Tirol. Dort kam er aber auch nicht viel weiter. Zu viele Anrainer und Unternehmer hätten sich nach dem ersten Lockdown angeblich gegen eine Aussetzung der Parkgebühren ausgesprochen. Für Höfner eine „Sauerei“, denn einerseits würden die Mitarbeiter im Gesundheitswesen bejubelt, im selben Atemzug werde ihnen aber das Leben durch Schikanen schwer gemacht.

„Am Ende des Tages ist die Mitarbeiterin platt“
„Eine Bekannte von mir, die an der Klinik tätig ist, wohnt in Wattens. Sie steht um halb fünf Uhr in der Früh auf, fährt mit dem Auto zum Bahnhof in Fritzens, dann mit dem Zug nach Innsbruck und hat anschließend eine 12-Stunden-Schicht“, gibt Höfner eines von mehreren Beispielen. Am Ende des Tages sei die Bekannte regelrecht platt. „Sie hat auch schon einige Male geweint, weil sie ihr Letztes gegeben hat.“

16 lange Stunden für Dienst und Arbeitsweg
Mit Hin- und Rückfahrt sowie dem Dienst sei sie 16 Stunden weg von zu Hause, sagt Höfner. „Ich sehe nicht ein, dass solchen Menschen in dieser belastenden Situation nicht einmal die Möglichkeit des Parkens erleichtert wird“, echauffiert er sich abschließend und hofft, dass die Politiker jetzt endlich handeln.

Zahlreiche Beschwerden
Die „Tiroler Krone“ hat mit Vizebürgermeisterin Uschi Schwarzl, die für die Parkraumbewirtschaftung in Innsbruck zuständig ist, telefoniert und nach dem Grund gefragt, warum eine Aussetzung der Parkgebührenpflicht nicht möglich ist. „Im ersten Lockdown sind von den Unternehmen zahlreiche Beschwerden gekommen, weil alles zugeparkt war“, erklärt sie.

„Prinzipiell gäbe es die Möglichkeit“
Angesprochen auf die Problematik für die Klinik-Mitarbeiter betont Schwarzl, dass dort eine Aussetzung der Gebühren prinzipiell mögliche wäre, wenn Bedarf gemeldet werde. „Bisher kamen diesbezüglich aber keinerlei Anfragen zu mir“. „Da der Lockdown aber ohnehin bald wieder gelockert wird“, glaubt die grüne Politikerin jedoch nicht, „dass das noch sehr viel Sinn machen würde“.

Manuel Schwaiger, Kronen Zeitung

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