26.11.2020 09:00 |

Positive Bilanz

Tiefstwert bei Todesopfern auf Tirols Straßen

Sie ist in Corona-Zeiten zur Abwechslung eine gute Nachricht, nämlich: Tirol steuert, was die Todesopfer bei Verkehrsunfällen betrifft, auf die beste Unfallbilanz zu, wenngleich 24 Tote im Verlauf des Jahres natürlich um 24 zu viele sind. Mitentscheidend für diese positive Zwischenbilanz sind aber auch die beiden Lockdowns.

24 Menschen sind seit Beginn des Jahres bis Stichtag Dienstag auf Tirols Straßen ums Leben gekommen. Das sind im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt um acht Tote weniger. Tirol zählt somit mit Niederösterreich, Oberösterreich und Wien zu jenen vier Bundesländern, die das Ziel, die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr im Vergleich zum Durchschnitt von 2008 bis 2010 zu halbieren, noch schaffen können. Minus 50 Prozent bedeutet für Tirol für das Jahr 2020 weniger als 27 Verkehrstote. „Damit kann Tirol die niedrigste Anzahl an Verkehrstoten seit Bestehen der Unfallstatistik erreichen“, stellt Michael Schwendinger vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) fest. Die bisher niedrigste Anzahl an Todesopfern im Straßenverkehr verzeichnete Tirol im Jahr 2017 mit insgesamt 29. Die höchste im Jahr 2008, in dem 71 Menschen starben.

Viel weniger Verkehr aufgrund des Lockdowns
Freilich hinkt diese Bilanz ein wenig, zumal in den beiden Corona-Lockdowns der Kfz-Verkehr teils extrem zurückging und somit auch die Zahl der Unfälle stark abnahm. Experte Schwendinger: „Ohne den Verkehrsrückgang wäre die Opferzahl höher. Deshalb ist es wichtig, weitere Verkehrssicherheitsmaßnahmen zu setzen. So können Gemeinden und Städte durch eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung dazu beitragen, dass einerseits die Sicherheit beim Gehen steigt und zudem die Bevölkerung mehr Wege zu Fuß statt mit dem Auto zurücklegt, was wiederum die Verkehrssicherheit insgesamt erhöht.“ Als Vorbild könne hier die Schweiz dienen, die nicht zuletzt aufgrund niedrigerer Tempolimits sowie bei gleichzeitig höheren Strafen halb so viele Todesopfer und auch Schwerverletzte als Österreich im Straßenverkehr hat.

Bundesweit starben heuer im Straßenverkehr bisher 312 Menschen. „Damit wurde das Verkehrssicherheitsziel von höchstens 311 Toten fünf Wochen vor Jahresende verfehlt – und das trotz zweimaligem Lockdowns“, schließt Schwendinger.

Claus Meinert
Claus Meinert
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