Verkehrssicherheit

Weniger Unfalltote, aber Ziel noch nicht erreicht

In Oberösterreich starben heuer 55 Menschen im Straßenverkehr, weniger als 2019 (82), 2018 (84) und 2017 (73) bis Mitte November. Die niedrigste Zahl an Toten wurde in Oberösterreich im Jahr 2014 mit 75 Verstorbenen im gesamten Jahr erreicht. Trotz auch bundesweit rückläufiger Daten wurde das Ziel des Verkehrssicherheitsprogrammes nicht erreicht.

307 Verkehrstote waren im heurigen Jahr bisher bundesweit zu beklagen, deutlich weniger als im Vergleichszeitraum 2019 und die geringste Anzahl an getöteten Verkehrsteilnehmern seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1960. Das bisher schwärzeste Jahr in der Unfallstatistik war 1972 mit 2948 Toten.

Verkehrssicherheitsziel nicht erreicht
Das Ziel des Verkehrssicherheitsprogrammes, die Zahl der Toten bis 2020 auf 311 zu senken, wird dennoch nicht erreicht werden. „Dass das Ziel zumindest annähernd in Reichweite gelangt ist, ist zu einem großen Teil auf die gesunkene Mobilität in Zeiten der heurigen Lockdowns zurückzuführen“, sagt Direktor Othmar Thann vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV).

Mehr Tote ohne Lockdowns
„Betrachtet man die Zahl der Verkehrstoten aus den Vorjahren, so wird deutlich, dass wir andernfalls 100 Menschenleben von dem Ziel aus dem österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm entfernt wären.“

Zitat Icon

Zur nachhaltigen Senkung der Verkehrstoten und damit der Erhöhung der Sicherheit auf unseren Straßen sind nach wie vor viele Anstrengungen notwendig.“

Direktor Othmar Thann

Geschwindigkeit ist neue Unfallursache Nr. 1
Ein Blick auf die häufigsten Unfallursachen bei Straßenverkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang zeigt, dass der Anteil der tödlichen Verkehrsunfälle, deren Hauptunfallursache nichtangepasste Geschwindigkeit ist, im Vergleich zum Vorjahr von 24 Prozent auf 30 Prozent im heurigen Jahr angestiegen ist. Damit hat nichtangepasste Geschwindigkeit bei Unfällen mit Todesfolge die Ablenkung als Unfallursache Nummer 1 abgelöst.

Mehr Radfahrer tödlich verunglückt
Gestiegen ist auch der Anteil der Radfahrer unter den Verkehrstoten: Während im Vergleichszeitraum 2019 9 Prozent (33 Personen) der tödlich Verunglückten als Radfahrer unterwegs waren, waren es in diesem Jahr nach derzeitigem Stand 12 Prozent (36 Personen).

Höhere Strafen und längerer Führerscheinentzug
„Um die Zahl der Verkehrstoten gezielt zu senken, gibt es eine Palette an sinnvollen, dem Unfallgeschehen entsprechenden Maßnahmen, wie höhere Strafen für Raser, längere Führerscheinentzugszeiten bei großen Geschwindigkeitsdelikten oder den verstärkten Einsatz und die Förderung von Assistenzsystemen“, so Thann.

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Samstag, 17. April 2021
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