18.11.2020 12:00 |

Buchungsflaute

Tourismuschef: „Sehnsucht nach Schnee ist da“

Leo Bauernberger, Chef der Salzburger Land Tourismus GmbH, sieht trotz hohen Corona-Zahlen und Buchungsflaute nur „eine Momentaufnahme“.

Herr Bauernberger, nach der Lockdown-Ankündigung kam es zu einer Stornowelle Über Weihnachten sind kaum Zimmer gebucht. Ist diese Wintersaison zu retten?

Dieser Winter wird stattfinden. Die Sehnsucht nach dem Schnee ist ungebrochen. Je länger die Menschen im Lockdown sitzen, umso größer ist die Lust der Menschen, zu uns zu kommen. Das zeigen auch die Such-Anfragen im Netz.

Ihr wichtigster Herkunftsmarkt, Deutschland (Anm. 5,18 Mio. Nächtigungen im Winter 19/20), hat eine mindestens 5-tägige Quarantäne für Menschen eingeführt, die aus Risikogebieten, wie Österreich, zurückkehren. Die Niederlande, Ihr drittwichtigster Markt, haben eine Reisewarnung verhängt. Die Flugpläne sind dünn. Wie groß wird das Nächtigungsminus in der Wintersaison?

Das ist nur eine Momentaufnahme, in vier Wochen sieht die Lage ganz anders aus. Wichtig ist, dass wir die Corona-Zahlen in den Griff bekommen. Im Frühjahr war es ähnlich: Als die Reisewarnungen fielen, strömten die Gäste zu uns.

Derzeit sind die Corona-Zahlen um ein vielfaches höher, am Höhepunkt der ersten Welle im März wurden 1050 Infektionen täglich verzeichnet. Deutschland öffnete daraufhin die Grenze erst am 15. Juni. Manche Tourismus-Experten rechnen heuer mit nur 30 Prozent der Nächtigungen.

Wenn diese sogenannten Experten so etwas prognostizierten, ist das eine Hausnummer. Man kann momentan nicht prognostizieren. Heuer wird extrem kurzfristig gebucht. Sollten die Reisewarnungen fallen, rechne ich mit 80 Prozent der Nächtigungen des Vorwinters. Viele Österreicher, die zuvor im Winter in die Ferne reisten, werden wie im Sommer verstärkt kommen.

Glauben Sie, dass wegen der Krise viele wieder mit dem Skifahren beginnen? Und denken Sie, dass sich in der Krise die Österreicher zwei Urlaube leisten können?

Wir bieten längst nicht nur Skifahren, sondern perfekten Winterurlaub. Und es ist nicht so, dass sich die breiten Schichten keinen Urlaub leisten können.

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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