Kampf und Krampf

1:1 zwischen Magna und Rapid - viele Fouls, zweimal Rot

Fußball
24.10.2010 18:05
Rapid tritt in der Bundesliga auf der Stelle. Die Hütteldorfer erreichten durch Treffer von Katzer (22.) beziehungsweise Aigner (26./Elfer) am Sonntag auswärts gegen Wiener Neustadt nur ein 1:1, bleiben damit im Mittelfeld stecken und liegen nach Verlustpunkten gerechnet schon zehn Zähler hinter der Tabellenspitze.

Die erste Hiobsbotschaft hatte Rapid schon vor dem Anpfiff ereilt. Kapitän Hofmann versäumte wegen Adduktorenproblemen seine erste Bundesliga-Partie seit Mai 2009, und weil Kavlak wegen einer Sperre zuschauen musste, fehlte den Grün-Weißen die Kreativabteilung im Mittelfeld. Trimmel und Saurer bemühten sich zwar redlich, konnten die dadurch entstandene Lücke aber nicht schließen, weshalb sich bei britischem Wetter eine Partie im "Kick and Rush"-Stil entwickelte, die nichts für Fußball-Feinschmecker war.

Dennoch bekamen die 7.100 Zuschauer im ausverkauften Stadion von Wiener Neustadt wenigstens einen Leckerbissen vorgesetzt. Nach Flanke von Saurer donnerte Katzer den Ball in der 22. Minute volley unter die Latte. Die kalte Dusche für die Rapidler, die in der 15. Minute auch noch Vennegoor of Hesselink aufgrund einer Oberschenkelverletzung verloren, folgte schon vier Minuten später: Kayhan griff Simkovic an der Strafraumgrenze ans Trikot, der Neustädter ging zu Boden und veranlasste den kleinlichen Schiedsrichter Prammer damit zur Verhängung eines Elfmeters, der von Aigner souverän verwandelt wurde.

Gelb-Rot für Kayhan
In der 41. Minute sorgte Pehlivan mit einem guten Antritt noch einmal für Gefahr, doch Fornezzi und Ramsebner verhinderten mit vereinten Kräften ein Gegentor. Kurz nach der Pause stand wieder ein Hütteldorfer im Mittelpunkt, diesmal aber in negativer Hinsicht. Kayhan sah für ein Rot-würdiges Einsteigen gegen Schicker Gelb-Rot.

Foul an Wolf bleibt ungeahndet
Nach dem etwas fragwürdigen Strafstoß zum 1:1 für Wiener Neustadt packte Prammer offensichtlich das schlechte Gewissen, als die Pfeife nach einer Attacke von Katzer an Wolf im Sechzehner stumm blieb (62.). Die Hausherren hätten es aber auch unabhängig von der Schiedsrichtergunst in der Hand gehabt, das Spiel zu entscheiden, allerdings schoss der eingewechselte Sadovic in aussichtsreicher Position weit neben das Tor (72.).

Es sollte die letzte zwingende Chance in dieser Partie gewesen sein, denn in der Schlussphase gingen beide Teams kein allzu großes Risiko mehr ein - auch nicht nach Gelb-Rot für Wiener-Neustadt-Kicker Wolf in der 86. Minute.

Die Stimmen zum Spiel
Peter Schöttel (Trainer Wiener Neustadt): "Eigentlich ist vieles zu unseren Gunsten gelaufen, trotzdem haben wir es nicht geschafft, zu gewinnen. Rapid ist aber nicht irgendwer, da muss man die Kirche im Dorf lassen. Es war eine seltsame Partie, beide Mannschaften sind nicht in die Gänge gekommen. Es hat alles sehr gehemmt ausgeschaut, ich kann mir das nicht erklären. Man kann aber mit dem Punkt zufrieden sein. Wir machen Schritte nach vorne. Wenn wir jetzt jammern, dass wir nur einen Punkt gegen Rapid gemacht haben, sind wir eh schon sehr weit."

Peter Pacult (Trainer Rapid): "Ich kann mit dem einen Punkt nicht gut leben, weil er durch klare Schiedsrichter-Fehlentscheidungen zustande gekommen ist. Mir gehen diese Schiedsrichter-Leistungen schön langsam auf die Nerven. Das war schon das zweite Match mit Fehlentscheidungen gegen uns, die den Ausgang des Spiels maßgeblich beeinflusst haben. Nichtsdestotrotz muss ich meiner Mannschaft ein großes Lob aussprechen, sie hat Moral bewiesen. Doch unterm Strich wurde diese Leistung nicht belohnt. Die Aufholjagd in der Meisterschaft hätte schon in der letzten Woche beginnen können, aber offensichtlich hat jemand etwas dagegen."

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(Bild: KMM)



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