„Krone“-Kommentar

Haben wir aus Ischgl nichts gelernt?

Österreich
22.10.2020 06:00

Ein Knackpunkt in der Bewältigung der Corona-Krise wird die Skisaison 2020/2021 sein. Der Wintertourismus als wichtiger Wirtschaftszweig, Zigtausende Arbeitsplätze hängen davon ab. Nachdem sich Ischgl im Frühjahr den zweifelhaften Ruf als Corona-Hotspot Europas erworben hat, steht in den Wintersport-Regionen Österreichs viel auf dem Spiel. Können die Lift-, Hotel- und Après-Ski-Betreiber das Vertrauen der Gäste zurückgewinnen? Ischgl hat gelernt und 700.000 Euro in Sicherheitsmaßnahmen investiert. Kameras überwachen die Abstände, Kaltvernebelungsgeräte desinfizieren Seilbahnen, Skibusse und Shops, Mitarbeiter und Gäste werden laufend auf das Virus getestet.

Nun sind vom Hintertuxer und vom Stubaier Gletscher Fotos aufgetaucht (siehe unten), auf denen sich Massen von Skifahrern in Gondeln quetschen. Verwackelte Videos zeigen Menschenschlangen, dicht aneinander gedrängt bei der Talstation. Masken und Babyelefanten muss man suchen gehen. So, als gäbe es keine Pandemie. Und offenbar auch kein Sicherheitskonzept. Für jede kleine Feier wird so ein Konzept ab Freitag im Rest von Österreich verlangt.

Mitte Oktober 2020: Anstellen ohne ausreichende Abstände am Stubaier Gletscher (Bild: zVg)
Mitte Oktober 2020: Anstellen ohne ausreichende Abstände am Stubaier Gletscher
Aufnahme vom Wochenende am Hintertuxer Gletscher (Bild: zoom.tirol)
Aufnahme vom Wochenende am Hintertuxer Gletscher

Dass der Tourismus bei steigenden Infektionszahlen nicht zum Erliegen kommt, ist eine der größten Herausforderungen der kommenden Monate. Also bitte nach Ischgl schauen. Aus Fehlern lernen. So zieht man keine Wintersportgäste an, so schreckt man sie ab, noch bevor die Saison begonnen hat.

Conny Bischofberger, Kronen Zeitung

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