18.10.2020 22:07 |

Was kommt auf uns zu?

Corona-Gipfel bringt einheitliche Verschärfungen

Die Woche ist mit Negativ-Rekordzahlen in Sachen Corona zu Ende gegangen: Mit 1672 Fällen gab es auch am Sonntag einen Höchstwert bzw. de facto eine Verdoppelung im Vergleich zum letzten Sonntag zu vermelden. Um die Lage möglichst schnell in den Griff zu kriegen, findet am Montagvormittag ein Bund-Länder-Gipfel statt. Im Anschluss daran - 10.30 Uhr ist angekündigt - dürfte das „virologische Quartett“ unter Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) weitere bundesweit einheitliche und mit den Landeshauptleuten akkordierte Verschärfungen bekannt geben (auf krone.at können Sie die Pressekonferenz live mitverfolgen). Welche Maßnahmen kommen, ist noch nicht bekannt, aus der Regierung gab es in den vergangenen Tagen aber einige Hinweise, worauf wir uns wohl einstellen müssen.

Da war am Donnerstagabend Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), der von einer möglichen bundesweit vorgezogenen Sperrstunde in der Gastronomie, neuen Reisewarnungen oder zusätzlichen Auflagen bei Treffen und bei der Maskenpflicht sprach. „Nächtliche Ausgangsbeschränkungen“ wolle man aber verhindern. Am Freitag kündigte Kurz für Montag den Videogipfel an, im Rahmen dessen zwischen Regierungsspitze, Gesundheitsminister, Innenminister und den Landeshauptleuten die aktuelle Infektionslage und weitere Maßnahmen diskutiert werden sollen. Denn weitere Maßnahmen seien „notwendig“, wurde betont.

Immer mehr Ansteckungen bei kleinen Feiern in Familien und Partys
Ein „wesentlicher Erfolgsfaktor“ sei der Zusammenhalt im Land - auch wenn das nicht wortwörtlich zu verstehen ist, denn gerade überbordende soziale Kontakte würden zunehmend zum Problem. Das unterstrich am Freitagabend in der „ZiB 2“ auch Anschober: „Immer stärker verschieben sich die Ansteckungen in den privaten Bereich, hin zu kleinen Feiern und Partys, zu kleinen Veranstaltungen und in Familien“, so der Minister. Dabei würden bereits „30 Prozent weniger Kontakte 50 Prozent weniger Ansteckungen“ bedeuten. Auch deutete Anschober ein Aus für die vor allem in der Gastronomie statt eines Mund-Nasen-Schutzes zum Einsatz kommenden Visiere an.

„Reduzierung der persönlichen Kontakte muss oberste Prämisse sein“
Am Samstag legte Kurz mit Unterstützung des ÖVP-Innenministers nach: Der Kanzler appellierte auf seiner Facebook-Seite an die Österreicher, einen „Beitrag zu leisten“, um die steigenden Infektionszahlen zu bremsen: „Wir müssen unsere Kontakte reduzieren!“, hieß es da. Innenminister Karl Nehammer schlug in dieselbe Kerbe. In einer Aussendung des Ministeriums wird er mit den Worten „Eigenverantwortung und Rücksicht auf seine Mitmenschen durch Reduktion der persönlichen Kontakte - das muss jetzt unsere oberste Prämisse sein“ zitiert.

In einer „Rede an die Nation“ per Facebook-Video appellierte Kurz schließlich am Sonntag, einen Tag vor dem Gipfel, erneut eindringlich an die Österreicher für Zusammenhalt im Land: „Es liegt an uns allen“, den zweiten Lockdown zu verhindern. Der Regierungschef sprach auch die „Corona-Müdigkeit“ an, die zu immer mehr Verschwörungstheorien bis hin zu Aufrufen, Maßnahmen nicht einzuhalten, führe.

Kommen auch rigorosere Personenlimits bei Feiern und Sportevents?
Aufgrund der ernsten Lage wird am Vormittag nach dem Videogipfel - geplant ist gegen 10.30 Uhr - das „virologische Quartett“ mit Kurz, Anschober, Vizekanzler Werner Kogler und Nehammer weitere bundesweit einheitliche Verschärfungen verkünden. Diskutiert werden neben einer früheren Gastro-Sperrstunde, zusätzlichen Auflagen bei Treffen und bei der Maskenpflicht auch rigorosere Personenlimits bei Feiern und Sportevents.

Christoph Budin, Kronen Zeitung/Heike Reinthaller-Rindler, krone.at

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