16.10.2020 13:00 |

Für Klimaanlagen

„Fernkälte“ für heiße Tage direkt aus dem Halltal

Im Halltal bei Absam beginnt eines der wichtigsten Trinkwasser-Netzwerke Tirols. Das kühle Nass wird in Zukunft nicht nur als Durststiller genutzt. Die Hall AG hat ein System entwickelt, mit dem der steigende Bedarf an Gebäudekühlung bei Hitze über Trinkwasser gedeckt werden kann. „Energieaufwand minimal“, heißt es.

Aus den Stollen im Halltal sprudelt deutlich mehr Wasser, als Hall verbraucht. Einen Teil dieses Überangebots will die Hall AG nun mit einem System nutzen, das laut Haller Bürgermeisterin Eva Maria Posch in dieser Form österreichweit einzigartig ist: „Städte wie Paris, München oder Wien haben ein Fernkälte-Netzwerk. Doch die Idee, Quellwasser und das dazugehörige Leitungsnetz zu nutzen, das ist Pionierarbeit.“

Das System funktioniert ähnlich wie bei der Fernwärme. Wer die passende Technik im Gebäude installiert hat, bei dem wird über einen Kältezähler die benötigte Kühlleistung abgerechnet. Die Technik ist simpel. „Das Wasser hat in den Hochbehältern konstant sechs Grad. Über die bestehenden Trinkwasserleitungen wird dieses in das Kühlsystem eingespeist und kann so rund 300 durchschnittliche Haller Gebäude gleichzeitig klimatisieren“, erklärt Artur Egger, technischer Vorstand der Hall AG. 5600 Kubikmeter Kälte seien so jeden Tag verteilbar.

Wassermenge begrenzt
Ins Trinkwassersystem kann die „Kühlflüssigkeit“ nach der Verwendung nicht mehr eingespeist werden. Die Gefahr einer Trinkwasserverknappung bestehe dennoch nicht, betonen Egger und Christian Holzknecht, Vorstandsvorsitzender der Hall AG. Die maximale Wasserentnahme sei streng geregelt.

Kaum Energieaufwand
Was die Vertreter der Hall AG hervorstreichen, ist der im Gegensatz zu anderen Kühlsystemen geringe Energieaufwand. Im Vergleich zu konventionellen Klimaanlagen werde über 90 Prozent Energie und umgerechnet im Jahr 650 Tonnen CO2 gespart, rechnen sie vor. Profitieren würden alle Haller, weil die Hall AG durch den neuen Geschäftszweig Verluste durch die Trinkwasserversorgung ausgleichen könne und die Wassertarife stabil blieben.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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