Tälertour Teil 5

Mein Gegendtal: Goldene Zeiten im Zentrum Kärntens

Kärnten
16.10.2020 15:05

Ein zorniger Riese, der zwei Seen erschuf. Ein Ski-Star, der Goldene hamstert. „Nockige“ Berge und Fluchtort für Protestanten. Das Gegendtal bildet das Zentrum Kärntens, es wird oft unterschätzt.

Das ist das „Susi-Sorglos-Paket“ Kärntens: Hohe Berge, traumhafte Seen, geschwungene Hügel, sportliche Angebote, thermische Quellen - im Gegendtal findet sich alles. Dort, wo es beginnt - beim Ossiacher See und dort, wo es endet, am Millstätter See oder in Bad Kleinkirchheim. Zum Drüberstreuen findet sich etwas erhöht über dem Tal, in der Gemeinde Arriach, noch der Mittelpunkt Kärntens. Die eher kurzen 23 Kilometer zwischen Treffen und Radenthein, zwischen Mirnock und Wöllaner Nock, sind vermutlich das am meisten unterschätzte Tal Kärntens.

Felssturz vom Mirnock
Doch wehe, wenn das der Riese mitkriegt! Jener zornige und sagenhafte Geselle, der dereinst einen großen See mittels Felssturz vom Mirnock teilte und daraus den Afritzer See und den Brennsee machte. Nur, weil ihm die bösen Talbewohner sein Glück mit der geraubten Braut überhaupt nicht vergönnt hatten. Spaßbremsen aber auch!

Zurück zum Mittelpunkt Kärntens: Hier fanden auch die „Lutherischen“ Zuflucht, als in Zeiten der Gegenreformation die Katholiken durch die Lande zogen, und das nicht mit der feinen Klinge. Doch im Gegendtal waren die Protestanten sicher, und so kommt es, dass man als Katholik in Arriach oder Feld durchaus zur Minderheit gehört.

Große Kinder des Gegendtals
Der Schatten des Mirnock kann aber nicht verhindern, dass große Kinder des Tals im Licht ihrer Berühmtheit glänzen. Matthias Mayer aus Afritz ist so ein Glänzender, mit zweimaligem Olympischen Gold fällt das aber auch leicht. Oder Gottfried Würcher, singender Chef der Nockis, der unzählige Goldene Schallplatten daheim hängen hat.

„Goldene“ Zeiten also in einem Tal, das überdies mit Juwelen dienen kann - mit dunkelroten Granaten, die man in Radenthein aus dem Fels hauen darf. Einem Gestein, das also nicht nur Magnesit bietet. Wovon wiederum das vielen Menschen arbeitgebende Werk seinerseits zeugt.

Letztlich beginnt dort, wo sich das Gegendtal in Richtung Westen öffnet der Millstätter See; mit 141 Metern der tiefste und überdies wasserreichste See Kärntens. Aber das ist eine andere Geschichte...

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger
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