Häuslbauerstudie

Energiesparen an erster Stelle beim Bauen & Renovieren

Bauen & Wohnen
15.10.2010 11:36
Die „Häuslbauerstudie“ gilt traditionell als das Trendbarometer im Bereich Bauen, Renovieren und Wohnen. Ganz klar zeichnen sich auch in diesem Jahr die Wünsche und Problemfelder von heimischen Bauherrn und Renovierern ab. An oberster Stelle der Wertigkeiten: Energiesparen in allen Bereichen. Das größte Problem: die Finanzierung.

„Gutes Wohnen ist für die persönliche Befindlichkeit wichtiger denn je. Gut zu wohnen ist Ausdruck von Persönlichkeit und Individualität – und nicht zuletzt auch eine gute Vorsorge fürs Alter“, fasst Dr. Werner Beutelmeyer, Geschäftsführer des „market Institutes Linz“, das die jährliche „Häuslbauer- und Renovierstudie“ erstellt, zusammen. Nicht nur unter dem Aspekt des Klimaschutzes, sondern auch aufgrund der Überlegung, dass Wohnen als gute Geldanlage auch auf soliden technischen Lösungen fußen muss, gewinnt die Energiethematik enorm an Bedeutung.

Gute Wärmedämmung an erster Stelle
Geld im wahrsten Sinn des Wortes zum Fenster hinausheizen will endgültig niemand mehr, und so nehmen die Entscheidungen bezüglich der Wärmedämmung und –isolierung für Dach, Boden und Fenster eindeutig Platz eins der für Hausbau und Renovieren wichtigen Kriterien ein (85 Prozent der Befragten). Die Energiefrage beschränkt sich natürlich nicht nur auf die Dämmmaterialien selbst, sondern bezieht auch andere Bauelemente, wie etwa Fenster und Türen, mit ein.

Doch auch alle anderen mit dem Thema „Energie und Umwelt“ verbundenen Bereiche und Begriffe steigen permanent in der Bedeutung der Bauherrn: So geben gleich 91 Prozent der Befragten an, dass „alternative Energieformen“ an Bedeutung gewinnen werden, gefolgt von Niedrigenergiehaus-Standard (85 Prozent), Solaranlagen (83 Prozent) und „ökologischen Bauweisen“ (78 Prozent).

Aber ohne Geld kein …
... Bauvorhaben. Und da nützt auch der beste Energiesparwille nichts. Denn eines zeigte die Studie ebenfalls: Die Finanzierung des Haustraums ist heute viel schwieriger als früher. Im Vergleich zum Vorjahr ist demgemäß der Optimismus wieder abgeflaut, gleich drei Viertel aller Bauinvolvierten sind der Ansicht, dass die Finanzierung eines Bauprojektes schwieriger ist als noch vor fünf bis zehn Jahren. Interessantes Detail dabei: Es gibt keinen Unterschied zwischen Hausbauern und Renovierern – beide Gruppen halten in selbem starken Ausmaß die Finanzierung heute für viel problematischer.

Und damit ergeben sich auch inhaltlich folgerichtig die zwei größten Problemkreise, mit denen sich Hausbauer und Renovierer herumschlagen müssen: Rund ein Viertel der Hausbauer beklagen, dass die Projekte teurer als geplant und die Finanzierung letztlich eine andere als die geplante war.

Demgegenüber fürchten die Renovierer nichts mehr als Terminverzögerungen: Materialien werden falsch oder verspätet geliefert, der ursprüngliche Zeitplan wird nicht mehr eingehalten.

Und: Alle Bauinvolvierten haben mehr als im Vorjahr mit den Handwerkern und Bauarbeitern zu kämpfen, auch die Kritik an der Qualität der Arbeit ist gestiegen.

Trends beim Hausbau
Keine großen Veränderungen ergaben sich im Vergleich zum Vorjahr bei den Bauweisen. Noch immer ist die Massivbauweise deutlich die beliebteste Bauweise heimischer Hausbauer, ein Drittel bevorzugt die Fertigbauweise, Blockbau und Bausatzhaus/Ausbauhaus. Vor allem ältere Häuslbauer (ab 50 Jahren) entscheiden sich eher für Fertighausbauweise, während die Jüngeren stärker zur Massivbauweise tendieren. Generell zeigt sich durchgehend, dass bei kleineren Häusern öfters auf die Fertigbauweise zurückgegriffen wird, größere (ab 120 Quadratmeter) überwiegend in Massivbauweise errichtet werden.

Die Lust auf Eigenleistungen sinkt immer mehr ab, und so legen schlüsselfertige Angebote bei Häusern ganz kräftig zu (Anteil um fünf Prozent auf 27 Prozent gestiegen), auch der Anteil der Häuser, die zwar in Eigenregie gebaut werden, deren Rohbau allerdings zumindest von Baufirmen übernommen wird, ist gestiegen und liegt nun bei 46 Prozent. Übrigens: Ganz bequem lieben es die Südösterreicher, denn hier werden die meisten schlüsselfertigen Häuser bestellt, in den übrigen Teilen Österreichs erfolgt der Großteil des Innenausbaus durch die Häuslbauer selbst.

Beliebte Informationsquellen und gute Ratschläge
Die Vorteile des Internets zur Informationseinholung, aber auch zum Einkaufen (!), entdecken auch immer mehr Hausbauer. Bei der Liste der „Top 20 der Ins and Outs“ nimmt dieser Punkt den prominenten sechsten Platz ein – als erster Bereich, der nicht unmittelbar mit Energiesparen und Klimaschutz zu tun hat.

Empfehlungen und gute Ratschläge, die Bauherrn anderen Bau-Interessenten geben, betreffen nach wie vor in erster Linie die Finanzierung. Die häufigsten Tipps: einen guten Finanzplan aufstellen und auf ausreichend Eigenmittel achten.

Der zweite große Bereich, der zu den häufigsten Ratschlägen zählt, ist der Umgang mit den Baufirmen: Genaue Preisvergleiche bei so vielen Angeboten wie möglich, mit der Bezahlung der Rechnung bis zum Schluss warten (bessere Verhandlungsposition bei Reklamationen!) und eventuell auch Pönalen bei nicht eingehaltenen Terminen verrechnen!

Auffällig ist, dass immer weniger zur Eigenleistung oder Zusammenarbeit mit Pfuschern raten.

Im Rahmen der „Häuslbauer- und Renoviererstudie 2010“ wurden insgesamt 1.002 Personen befragt (Häuslbauer – 231 rezente, 260 zukünftige; Renovierer - 276 rezente, 235 zukünftige; Face-to-face-Befragung). Zeitraum der Erhebung: 4. Juni bis 5. Juli 2010.

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