13.10.2020 16:02 |

„Weniger heftig“

IWF: Österreichs BIP schrumpft 2020 um 6,7 Prozent

Der Internationale Währungsfonds rechnet 2020 wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem weltweiten Wirtschaftsminus von 4,4 Prozent. 2021 rechnet man dann aber bereits mit einem Wachstum von 5,2 Prozent. Die Prognose ist besser als noch im Sommer, weil sich die Industriestaaten überraschend stark erholt hatten. Für Österreich sagt der IWF heuer ein Minus von 6,7 Prozent und im Jahr 2021 ein Plus von 4,6 Prozent voraus. Damit hat sich auch der Ausblick für Österreich ein wenig aufgehellt.

Im April waren die Experten des Währungsfonds noch davon ausgegangen, dass das österreichische Minus heuer bei sieben Prozent und das Plus im kommenden Jahr bei 4,5 Prozent liegen werde. Auch laut der am vergangenen Freitag veröffentlichten Prognose des heimischen Instituts für Höhere Studien (IHS) und des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) könnte der Wirtschaftseinbruch in Österreich durch die Corona-Krise im heurigen Jahr eine Spur schwächer ausfallen als noch vor einigen Monaten gedacht.

Das IHS erwartet für 2020 einen Rückgang der heimischen Wirtschaftsleistung von 6,7 Prozent und das Wifo rechnet mit -6,8 Prozent. Für 2021 erwarten die Ökonomen ein BIP-Plus von 4,4 Prozent (Wifo) und 4,7 Prozent (IHS). In Deutschland wird zunächst ein Rückgang um 6,0 Prozent und dann ein Anstieg um 4,2 Prozent erwartet.

Entwicklung „anfällig für Rückfälle“
„Wir gehen von einer etwas weniger heftigen, aber immer noch tiefen Rezession aus“, erklärte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath am Dienstag bei der Vorstellung des weltweiten Ausblicks. Dank beispielloser Konjunkturhilfen und geldpolitischer Unterstützung hätten die großen Volkswirtschaften die Folgen der Corona-Krise im zweiten Quartal besser bewältigt als angenommen, so Gopinath. Die Wiederholung einer „Finanzkatastrophe“ wie während der letzten großen Weltwirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 habe dadurch bisher verhindert werden können. Allerdings bleibt der Ausblick ungewiss. Die Erholung ab kommendem Jahr werde „langsam, ungleich, unsicher und anfällig für Rückfälle“ sein, betonte der Währungsfonds.

Die Wachstumsprognose für 2021 senkte der IWF vor allem wegen anhaltender Belastungen durch die Corona-Krise um 0,2 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent. Eine Erholung der Weltkonjunktur sei zudem nicht sicher, solange die Pandemie sich weiter ausbreite und eine Rückkehr zum normalen wirtschaftlichen Alltag verhindere. Um weiteren Rückschlägen vorzubeugen, dürften Regierungen ihre Konjunkturhilfen keinesfalls zu schnell wieder zurücknehmen. Es gebe jedoch Anlass zur Hoffnung, so würden bei den Corona-Tests sowie bei der Behandlung der Krankheit und bei der Impfstoff-Entwicklung Fortschritte gemacht. Zudem werde die Pandemie vielen Ländern langfristige wirtschaftliche Schäden zufügen und sämtzliche Fortschritte bei der Armutsbekämpfung seit den 1990er-Jahren rückgängig machen.

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