05.10.2020 11:31 |

Krammer zuversichtlich

Austro-Virologe: Corona-Impfstoff bald verfügbar

Der österreichische Virologe Florian Krammer ist weiterhin optimistisch, was eine baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffes gegen das Coronavirus angeht. Es gebe vermutlich bereits „innerhalb der nächsten Wochen bis Monate“ entscheidende Resultate, dann könne geimpft werden, sagte der in New York arbeitende Forscher am Sonntagabend in der ORF-Sendung „Im Zentrum“.

„In Europa werden wir einen sicheren Impfstoff haben“, betonte Martin Selmayr, der Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich. Es würden alle Testphasen durchlaufen. Er dämpfte allerdings die Erwartung auf eine rasche Verfügbarkeit für alle Bevölkerungsgruppen. Vor allem die Verteilung werde Zeit brauchen und man müsse Geduld haben. „Risikogruppen und natürlich das medizinische Personal stehen an erster Stelle“, sagte Selmayr.

Heuer vermutlich noch kein Impfstoff in Österreich
Er rechne in den USA Ende des Jahres mit einem Impfstoff am Markt, berichtete der aus New York zugeschaltete Krammer. Ob man in Österreich schon im Dezember einen Impfstoff hat, „ist fraglich“. Der globale Markt sei sehr aufgeteilt, erklärte der Virologe, der an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York tätig ist.

Risikogruppen für WHO bei Impfung vorrangig
Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist besonders wichtig „zu garantieren, dass auch die ärmeren Länder Zugang bekommen“, sagte die aus der Schweiz zugeschaltete WHO-Beraterin Ilona Kickbusch. Sie erwartete, dass im kommenden Sommer weltweit damit begonnen werde, vorerst 20 Prozent der Bevölkerung zu impfen - mit einem Fokus auf Hochrisikogruppen.

Zuvor hatte der Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin in Innsbruck, Günter Weiss, in der „ZiB 2 am Sonntag“ zu den unterschiedlichen Entwicklungen in Österreich und einigen Nachbarländern betont, man dürfe in der Pandemie „einen einzelnen Zeitpunkt nicht überbewerten“. Es handle sich um eine „Wellenbewegung“. Eine ähnliche Situation wie in Österreich und Tschechien ist laut dem Infektiologen vielleicht demnächst in Deutschland möglich, das derzeit relativ gute Fallzahlen aufweist.

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