Pflegerin vor Gericht

Betrügerin prahlte auf Facebook mit ihrer Beute

Fast eine halbe Million Euro knöpften zwei Pflegerinnen - Mutter und Tochter - einer Familie ab, bei der die schwer behinderte Tochter zu betreuen war. Dabei hielten sie mit ihrer Beute nicht hinter dem Berg, sondern stellten die Bilder von Geldbündeln, Autos und kostbarem Goldschmuck stolz auf Facebook aus.

Seit 2012 waren die beiden Rumäninnen bei einer Familie im südlichen Niederösterreich beschäftigt. Sie wechselten einander im Zwei-Monats-Rhythmus ab. Der Monatslohn betrug immerhin 2000 Euro. „Die Arbeit war so schwer“, jammert die Mutter, „viele Pflegerinnen vor uns sind nach einer Woche gegangen.“

Erfundene Tragödien als Vorwand
Mutter und Tochter blieben bis Ende 2019. Der Grund scheint angesichts der Vorwürfe, die jetzt im Landesgericht Wiener Neustadt verhandelt werden, klar: Die beiden haben die Familie ausgenommen. Als Vorwand dienten irgendwelche erfundenen Tragödien in der Heimat: Angeblich gab es einen Wucherer, bei dem man sich Geld geborgt hatte und der den Schwiegersohn bedrohte. Dieser Schwiegersohn stand überhaupt im Zentrum des Lügenkonstrukts: Angeblich litt er an Krebs und musste in Istanbul operiert werden.

Allein dafür kassierten die Frauen 100.000 Euro. Die Verteidigerin kündigte zwar Geständnisse an, davon war aber bei den Angeklagten nichts zu hören. „Wir wollten alles zurückzahlen“, behaupteten sie. Das Urteil fiel klar aus: vier Jahre Haft für die Tochter, dreieinhalb für die Mutter. Nicht rechtskräftig.

Peter Grotter, Kronen Zeitung

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