02.10.2020 06:59 |

Offene Worte an Briten

Harry: „Meghan hat mir erst die Augen geöffnet“

In einem Zeitungs-Gastbeitrag haben sich Prinz Harry und seine Frau Meghan zum Auftakt des Aktionsmonats „Black History Month“ gegen strukturellen Rassismus ausgesprochen. Zwar habe sich in den vergangenen Jahrzehnten viel verändert - „ausreichenden Fortschritt hat es aber nicht gegeben“, schreibt das Paar in einem Beitrag, der am Donnerstag im Londoner „Evening Standard“ erschien. In einem Zoom-Interview mit der Zeitung erklärte Harry zudem, dass ihm erst seine Ehefrau Meghan bei diesem Thema tatsächlich die Augen geöffnet habe.

Meghan und Harry betonten darin, wie wichtig es sei, dass Kinder und Jugendliche zu Vorbildern aufschauen könnten, die die gleiche Hautfarbe hätten wie sie selbst - was für viele Schwarze jedoch auch heute noch nicht der Fall ist, da wichtige Ämter und Positionen überwiegend von weißen Menschen besetzt sind. „Solange struktureller Rassismus existiert, werden Generationen von ,People of Colour‘ nicht mit den gleichen Möglichkeiten aufwachsen wie ihre weißen Gleichaltrigen“, hieß es.

Ehe mit Meghan öffnete Harry die Augen
Die US-Amerikanerin Meghan, die selbst eine schwarze Mutter hat, hatte bei ihrem Start in der britischen königlichen Familie selbst mit rassistischen Kommentaren zu kämpfen, etwa vonseiten der Boulevardpresse. „Mir waren die Probleme nicht klar, die wir in Großbritannien und der Welt haben. Ich dachte, ich wüsste es, aber so war es nicht“, erklärte Harry im Interview und sprach zudem auch ein konkretes Beispiel aus dem Alltag an: „Wenn du mit deinem Kind eine Puppe kaufen willst, denkst du da überhaupt darüber nach, dass es keine Puppe anderer Ethnie gibt?“

Das Problem sei gegenwärtig, nicht nur in ihrer neuen Heimat, den USA, sondern auch in ihrer alten Heimat Großbritannien. London werde etwa als eine der vielfältigsten Städte der Welt gefeiert, schaut man jedoch hinter die Fassade, „fühlt es sich nicht so vielfältig an, wie es tatsächlich ist“, so der britische Prinz weiter. Die Welt, in die wir leben, sei eben „von weißen Leute für weiße Leute“ kreiert worden, ist sich Harry bewusst.

Ihre Intention sei es aber nicht, mit dem Finger auf Schuldige zu zeigen. „Es geht darum, zu lernen. Wir sollten den aktuellen Moment nutzen, ihn festhalten und feiern. Denn niemand vor uns hat das Problem gelöst." Sie seien einfach in der Lage, ihre Stimme zu nutzen, um die Welt ein Stück besser zu machen.

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Er hält uns auf Trab, er ist einfach überall. Wir haben großes Glück mit unserem Kleinen.

Herzogin Meghan über Klein Archie

Im Frühjahr sagte sich das Paar von seinen royalen Pflichten, aber auch finanziellen Vorteilen im Königshaus los und wohnt mittlerweile mit Sohn Archie in Kalifornien. In Santa Barbara hätten sie sich schon gut eingelebt und sie freuten sich, dass sie ihren Sohn aufwachsen sehen könnten, verriet Meghan. „Er hält uns auf Trab, er ist einfach überall. Wir haben großes Glück mit unserem Kleinen.“

Mit dem aus den USA stammenden „Black History Month“, der jährlich im Oktober zelebriert wird, sollen die Errungenschaften und Biografien schwarzer Menschen besonders gewürdigt und Aufmerksamkeit auf bestehende Ungleichheiten gerichtet werden.

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