Fehleranfälligkeit

Atomgegner fordern jetzt Betriebsstopp in Temelín

Vor einigen Tagen wurde Reaktorblock 1 in Temelín, 60 Kilometer von unserer Grenze, wegen Vibrationsproblemen wieder einmal heruntergefahren. Kurz nach diesem Zwischenfallerhielt Betreiber CEZ dennoch eine unbefristete (!) Verlängerung der Betriebsgenehmigung. Atomgegner fordern das Gegenteil: Stop!

Reaktor 1 in Temelín lief – mit zwei jeweils zehnjährigen Genehmigungen – schon 20 Jahre, dies unter großer Fehleranfälligkeit, wenn auch ohne Austritt von Radioaktivität. Zum „Zwanziger“ hat die tschechische Atombehörde dafür nun eine unbefristete Betriebsgenehmigung erteilt, allerdings mit einer jährlichen Berichtspflicht des Betreibers CEZ über den Nachweis eines sicheren Betriebs.

Sicherheit angezweifelt
Diese Sicherheit wurde und wird wegen diverser Zwischenfälle immer wieder angezweifelt. Zuletzt wurde Reaktor 1 schnellabgeschaltet, nachdem es nicht gelang, übergroße Vibrationen an der Turbine in den Griff zu bekommen. Immerhin wurde Österreich gemäß dem Melker Protokoll detailliert informiert.

„Rascher Wetterwechsel“ als Ausrede
Dass allerdings „rascher Wetterwechsel“ die Ursache der Vibrationen gewesen sein soll, verwundert Oberösterreichs Anti-Atom-Beauftragten Dalibor Strasky, da es am 17. September so einen Wechsel nicht gab. Oberösterreichs Atomgegner im Anti-Atom-Komitee fordern überhaupt einen Betriebsstopp in Temelín: „Die Gefahr weiterer Materialermüdung und damit eines schweren Unfalls steigt mit jeder Abschaltung“, betont Komitee-Sprecher Manfred Doppler.

Werner Pöchinger
Werner Pöchinger
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Donnerstag, 29. Oktober 2020
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