22.09.2020 12:36 |

Spitzenreiter Cannabis

4,3 Millionen EU-Bürger konsumierten 2019 Kokain

Kokain spielt beim Drogenkonsum in Europa eine zunehmende Rolle. Im Vorjahr haben geschätzt 4,3 Millionen EU-Bürger Kokain eingenommen, das sind 1,3 Prozent der 15- bis 64-Jährigen und rund 400.000 Personen mehr als im Jahr 2018. Laut dem am Dienstag in Lissabon veröffentlichten Europäischen Drogenbericht 2020 nahmen zudem mehr Betroffene eine Therapie auf. Der Bericht ortet auch das Potenzial für vermehrten Heroinkonsum und eine generell gestiegene Drogen-Verfügbarkeit.

Mit Abstand am häufigsten wurde laut den Schätzungen der EU-Drogenbeobachtungsstelle EMCDDA im Jahr 2019 in der Europäischen Union erneut Cannabis konsumiert. 25,2 Millionen EU-Bürger im Alter von 15 bis 64 Jahren griffen zu Marihuana oder Haschisch (2018: 24,7). Das sind 7,6 Prozent der 15- bis 64-Jährigen, bei den Unter-35-Jährigen sogar 15 Prozent. Die Werte für Österreich in dem Bericht lagen leicht darunter, stammten jedoch aus dem Jahr 2015.

Österreich leicht unter dem Durchschnitt
Nach den 4,3 Millionen Kokain-Konsumenten folgt Ecstasy (MDMA/Methylen-Dioxy-Methyl-Amphetamin) mit rund 2,7 Millionen Betroffenen in der EU im Vorjahr. Hier gab es einen Anstieg um rund 100.000 Personen. Der Amphetamin-Konsum stieg um rund 300.000 auf geschätzt zwei Millionen Abnehmer. Bei beiden Drogenarten lagen die Daten für Österreich aus dem Jahr 2015 leicht unter dem geschätzten EU-Schnitt für das Vorjahr.

Die Zahl der Hochrisiko-Opioid-Konsumierenden in der EU blieb mit 1,3 Millionen konstant (Daten von 2018). Opioide wurden bei 82 Prozent aller tödlichen Überdosierungen nachgewiesen. Das Potenzial für einen vermehrten Heroinkonsum und die bereits bestehenden Schäden geben laut dem Bericht Grund zur Sorge. Im Jahr 2018 wurde mit einem Anstieg von 5,2 auf 9,7 Tonnen fast doppelt so viel Heroin in der EU sichergestellt wie 2017. Zudem gebe es weiterhin Berichte über die Herstellung von Heroin innerhalb Europas.

Die Zahl der Sicherstellungen von Kokain erreichte ebenfalls mit den aktuellsten Daten aus dem Jahr 2018 mit 110.000 Beschlagnahmungen und insgesamt 181 Tonnen Rekordniveau. Zudem hat sich laut dem EMCDDA-Bericht der Reinheitsgrad der Droge erhöht. Die große Mehrheit (69 Prozent) der in der EU sichergestellten Drogen betraf Cannabisprodukte. 

Corona-Krise veränderte Markt und Konsum
Die Corona-Krise und besonders die Ausgangsbeschränkungen in vielen Ländern Europas im Frühjahr 2020 haben den Drogenmarkt und die Situation der Konsumenten stark verändert. Dealer und ihre Abnehmer nutzten verstärkt das Darknet, Social-Media-Plattformen sowie Paket- und Heimlieferdienste, wie der Bericht zeigt. Zahlreiche Drogenhilfeeinrichtungen waren zur Aufgabe oder Einschränkung ihrer Tätigkeit gezwungen.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).