Eine defekte Steckdose, ein beschädigtes Kabel, ein Moment der Unachtsamkeit – und plötzlich steht jemand unter Strom. Wie man bei Stromschlägen im Haushalt als Ersthelfer richtig reagiert und man sich vor allem dabei auch nicht selbst in Gefahr begibt, erklären die Experten von Rotem Kreuz und Samariterbund im neuesten Teil der „Krone“-Serie „Helfen rettet Leben“.
„Ein Stromschlag kann schneller passieren, als man denkt, etwa beim Handwerken oder im Haushalt“, wissen Georgia Praska (Rotes Kreuz) und Harald Radschopf (Samariterbund). Daher ist es nicht ratsam, Gegenstände ohne Hintergrundwissen zu reparieren, Kabel zu verwenden, die schon auf den ersten Blick kaputt aussehen oder elektrische Geräte in der Nähe von Wasser zu nutzen.
Besonnenheit vor Schnelligkeit
Passiert dennoch ein Unfall, so müssen Ersthelfer nun ganz genau aufpassen. Es heißt nämlich zuerst einmal, die Gefahr richtig zu erkennen und dabei besonnen zu reagieren. Denn wer unüberlegt hilft, bringt nicht nur den Verletzten, sondern auch sich selbst in Gefahr.
Stromquelle entfernen
„Verschaffe dir zuerst einen Überblick. Denn solange die Stromquelle noch an ist, kannst du dich ebenfalls verletzen“, erklärt Radschopf. Daher ist auf jeden Fall der Stromkreis zu unterbrechen – entweder durch das Ziehen des Steckers oder durch das Ausschalten der Sicherung oder dem Wegziehen des Betroffenen mit nicht leitenden Hilfsmitteln wie Decken, Gummimatten oder einem Holzstiel. Denn wenn jemand mit Strom in Kontakt kommt, kann er verkrampfen, weshalb sich beispielsweise seine Hand regelrecht an der Stromquelle kleben bleibt.
Arzt aufsuchen
Zunächst wird dann das Bewusstsein des Verletzten überprüft. Ist der Patient bei Bewusstsein, so wird dieser beruhigt. Liegt ein Notfall vor, wird der Notruf abgesetzt. Auch wenn die Wunden vielleicht nicht schlimm aussehen, nach einem Stromschlag sollte jedenfalls ein Arzt aufgesucht werden. „Er versorgt eventuell entstandene Wunden und kann vor allem den Herzschlag kontrollieren, weil nach einem Stromschlag Rhythmusstörungen auftreten können“, so Praska. Denn der Wechselstrom aus den Steckdosen kann das Herz schädigen. Sollte es – in seltenen Fällen – doch zu einer Brandwunde kommen, ist diese keimfrei zu versorgen, bis die Rettung eintrifft.

Hat der Betroffene jedoch das Bewusstsein verloren, wird die Atmung kontrolliert. Wenn diese fehlt, dann wird sofort mit der Wiederbelebung begonnen.
Scheu nehmen
Ziel dieser „Krone NÖ“-Serie ist es, Menschen die Scheu davor zu nehmen, Erste Hilfe zu leisten. „Unfälle können überall passieren, jederzeit und plötzlich“, weiß Praska. „Denke daran, du kannst nichts falsch machen kannst, außer nichts zu tun“, betonten Radschopf und Praska.
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