14.09.2020 20:11 |

Telefonat mit Kurz

Griechenlands Premier bedankt sich für Soforthilfe

Während in Österreich eine innenpolitische Debatte über den Umgang der Flüchtlinge aus dem abgebrannten Lager auf der griechischen Insel Lesbos tobt, hat es am Montag Dankesworte aus Athen für die türkis-grüne Koalition gegeben. Premierminister Kyriakos Mitsotakis bedankte sich in einem Telefonat mit Bundeskanzler Sebastian Kurz für die österreichische Soforthilfe. Laut dem Bundeskanzleramt will Österreich noch diese Woche mit Unterkünften für 2000 Flüchtlinge, Hygienepaketen und Sanitäranlagen helfen. Zudem stünden ein Arzt und zehn Sanitäter des Bundesheeres bereit.

Zusätzlich zu den Unterbringungsmöglichkeiten, die mit österreichischer Hilfe errichtet werden, soll ein neues, besseres und permanentes Flüchtlingsquartier gebaut werden. Dieses Camp soll nicht nur von griechischen Behörden, sondern gemeinsam mit der Europäischen Kommission betrieben werden. Österreich unterstützt dieses Vorhaben. Mitsotakis berichtete Kurz zudem, dass einige Migranten nicht in die neuen Camps wollen, sondern darauf bestehen nach Mitteleuropa durchgelassen zu werden.

Die griechische Regierung will deshalb per Handzettel an die Migranten auf Lesbos appellieren, das neue provisorische Zeltlager aufzusuchen. Die Zettel würden derzeit in verschiedenen Sprachen gedruckt, berichtete am Montag der griechische Staatssender ERT. „Kommt in das Lager, damit ihr von Lesbos wegkommt“, soll es darauf heißen. Bisher sollen nur rund 600 der insgesamt rund 12.000 Migranten in das provisorische Lager eingezogen sein, nachdem das Flüchtlingslager Moria vergangenen Mittwoch bei einem Brand fast völlig zerstört wurde. Ähnliche Zahlen veröffentlichten auch Helfer in sozialen Medien.

EU-Kommission um „aktivere Rolle beim Management“ gebeten
EU-Vize-Kommissionspräsident Margaritis Schinas hatte am Freitag bei einem Besuch in Berlin gesagt, die griechische Regierung habe die EU um eine „aktivere Rolle beim Management des neuen Zentrums“ gebeten. Denkbar sei, dass dort etwa auch Asylanträge bearbeitet werden könnten. Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) brachte bei einer Pressekonferenz auch eine „gemeinsame Trägerschaft“ des künftigen Lagers durch EU-Kommission und griechische Regierung ins Gespräch.

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