12.09.2020 17:09 |

Streit um Nawalny

Russland will auf mögliche Sanktionen „reagieren“

Russland will mögliche Sanktionen im Fall des vergifteten Regierungskritikers Alexej Nawalny nicht unbeantwortet lassen. „Wir werden natürlich reagieren“, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Samstag in Moskau. Während die Berliner Generalstaatsanwaltschaft nun in dem Fall aktiv werden will, wurde bekannt, dass Nawalny wohl mit einer „härteren“ Form des Nervenkampfstoffs Nowitschok vergiftet wurde.

„Dies kann nicht ohne eine Reaktion bleiben“, meinte Lawrow gegenüber dem staatlichen Fernsehsender „Rossija 1“. Welche Reaktionen das sein könnten, erklärte er dabei jedoch nicht. Das russische Außenministerium hatte zuletzt von „grundlosen Angriffen“ auf Russland und einer „Desinformationskampagne“ gesprochen, die als Vorwand für neue Strafmaßnahmen genutzt werde.

Nord-Stream 2 vor dem Aus?
Seit Tagen wird schon wegen der Vergiftung des Oppositionellen Nawalny über Sanktionen gegen Russland gesprochen. Dabei ist auch ein möglicher Baustopp der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 in der Diskussion. Auch international ist der Druck auf Moskau groß, in dem Fall Ermittlungen zu beginnen.

Offenbar „härteres“ Nervengift eingesetzt
Wie das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtet, soll Nawalny mit einer neuartigen Variante des Nervenkampfstoffes Nowitschok vergiftet worden sein. Es soll sich um eine „härtere“ Form als die bisher bekannten gehandelt haben. In die Analyse sei demnach bereits in einem sehr frühen Stadium die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) einbezogen worden.

Wegen der Komplexität des Giftes gehe man in der deutschen Regierung davon aus, dass der Befehl für den Anschlag in der Hierarchie des russischen Staatsapparates weit oben gegeben worden sein müsse.

Zwist um Ermittlungen
In den vergangenen Tagen hatte es einen diplomatischen Schlagabtausch zwischen der deutschen und der russischen Regierung gegeben. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas forderten, Russland müsse den Mordanschlag aufklären, weil dieser dort geschehen sei. Die russische Regierung monierte dagegen, aus Deutschland nicht die dafür nötigen Informationen etwa über die Art der Vergiftung zu erhalten.

Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft will nun selbst aktiv werden, wie sie am Freitag bekanntgab. Zuvor hatte das Innenministerium in Sibirien mitgeteilt, dass es heimische Experten nach Berlin schicken wolle, die bei den Untersuchungen ihrer deutschen Kollegen anwesend sein sollen.

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