10.09.2020 07:43 |

Kinderbetreuung

Steirischen Familien droht ein heißer Herbst

Der steirische Kinderbetreuungsatlas offenbart beim Betreuungsangebot für Kinder weiterhin Luft nach oben. Das Corona-Virus könnte Situation für viele Eltern weiter verschärfen, gerade in Gemeinden mit fehlendem Angebot.

Zum bereits siebenten Mal präsentierte die Arbeiterkammer Steiermark in der letzten Ferienwoche ihren Kinderbetreuungsatlas. Die Kinderdrehscheibe Steiermark hat dafür unter Leitung von Cordula Schlamadinger das Angebot von 1066 Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder von null bis zehn Jahren unter die Lupe genommen.

Von 286 weiß-grünen Gemeinden erfüllen 132 die Kriterien für die „Kategorie A“. „Für diese Kategorie müssen eine Betreuungseinrichtung für Kinder unter drei Jahren, ein Ganztagskindergarten und eine Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder vorhanden sein“, erläutert Bernadette Pöcheim, Leiterin des AK-Frauenreferats.

Angebot für die Kleinsten fehlt
Die zusätzlichen Kriterien des „Vereinbarkeitsindikators für Familie und Beruf“ (VIF) erfüllen 65 Gemeinden - nur dort ist das Betreuungsangebot ausreichend, damit beide Eltern Vollzeitjobs nachgehen können. Massiv ausbaufähig ist auch weiterhin das Angebot für die unter Dreijährigen - noch immer bieten 22 Gemeinden keine Betreuung in Krippen oder bei Tageseltern (deren Anzahl sich seit 2014 um 140 Personen reduziert hat) an. Und das obwohl in den letzten sechs Jahren 123 Kinderkrippen errichtet wurden.

AK-Präsident fordert weiteren Ausbau der Infrastruktur
„Trotz dieser Bemühungen gibt es nach wie vor große Defizite - hier braucht es weiter den Ausbau der sozialen Infrastruktur“, fordert AK-Präsident Josef Pesserl. Im Büro der verantwortlichen Bildungslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) verweist man auf das erst im Juli präsentierte neun Millionen Euro schwere Ausbaupaket, mit dem 42 neue Krippen-Gruppen eingerichtet werden können.

Der Herbst wird für viele Familien aber wohl besonders herausfordernd. „Für viele Eltern deutet sich eine wahre Katastrophe an“, stellt Pesserl klar. „Viele haben ihren Urlaub und Zeitausgleich ja längst aufbrauchen müssen - doch es drohen gerade in der Grippezeit wieder Schließungen von Einrichtungen. Deshalb braucht es endlich einen Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit.“ Aktuell ist man hier ja auf das Wohlwollen des Dienstgebers angewiesen.

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