28.08.2020 23:51 |

Opfer des US-Hurrikans

Jugendliche (14) in Haus von Ast erschlagen

„Laura“ war der stärkste Sturm, der je im US-Bundesstaat Louisiana auf Land getroffen ist. Waren zunächst noch gewaltigere Ausmaße erwartet worden, so konnte Gouverneur John Bel Edwards schließlich Entwarnung geben: „Wir müssen für vieles dankbar sein.“ Die durch den Hurrikan angerichteten Schäden hätten noch verheerender ausfallen können. Kein Trost dürften diese Worte für die Angehörigen der Menschen sein, die in den Unwettern ihr Leben verloren. Unter ihnen ist die erst 14-jährige Cynthia, die im Schlafzimmer ihrer Eltern von einem Ast erschlagen wurde.

In Leesville in Louisiana ließ Hurrikan „Laura“ einen Baum auf das Haus der Familie stürzen - die 14-jährige Cynthia, die laut CBS News gelesen hatte, als der Baum durch die Decke krachte, hatte keine Chance. Die Jugendliche hatte den Hurrikan gemeinsam mit ihren Eltern und ihren zwei Schwestern im Schlafzimmer der Eltern abwarten wollen. Die Stadt liegt rund 160 Kilometer von der Küste entfernt. Die Familie dachte, sie sei sicher dort.

„Ich versuchte, sie aufzuwecken, aber sie wachte nicht auf“
Cynthias Schwester Nellie schilderte vor Kameras die schrecklichen Szenen: „Wir waren im Schlafzimmer unserer Eltern - und dann kam der Baum herunter. Ich bin aufgestanden und habe versucht, Cindy zu finden, weil sie nicht antwortete. Ich versuchte, sie aufzuwecken, aber sie wachte nicht auf.“ Die 14-Jährige sei eingeklemmt gewesen, Hilfe nicht erreichbar. Die Straße zum Haus der Familie sei mit Ästen übersät gewesen. Die Polizei habe fünf Stunden gebraucht, um sich mit Kettensägen durchzukämpfen und den Weg freizumachen.

„Cindy wäre etwas ganz Besonderes geworden“, ist die Familie, die nun am Boden zerstört ist, überzeugt. „Sie war wirklich klug“, so Nellie, „sie wollte nach Harvard gehen und Mikrobiologin werden.“

Gouverneur bestätigt zehn Todesopfer durch „Laura“
Mindestens neun weitere Menschen kamen durch „Laura“, die mittlerweile zu einem Tropensturm herabgestuft wurde, ums Leben, wie Gouverneur Bel Edwards am Freitag bei einer Pressekonferenz bestätigte. Drei der Oper seien wie Cynthia von Bäumen erschlagen worden, ein Mann sei ertrunken, als sein Boot in dem Sturm unterging. Fünf Menschen starben durch eine von seinem Stromgenerator verursachte Kohlenmonoxid-Vergiftung. Der Gouverneur wollte weitere Opfer nicht ausschließen.

„Lebensbedrohliche Umstände“ durch Stromausfälle
Allein durch die Stromausfälle, von denen fast eine Million Menschen betroffen seien, könnten sich „lebensbedrohliche Umstände“ ergeben. „Wir haben viel Arbeit vor uns, aber es sieht heute besser als, als es der Fall hätte sein können“, so Bel Edwards. Meteorologen hatten ein noch katastrophaleres Ausmaß an Zerstörung durch „Laura“ vorhergesagt. 

Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde
„Laura“ war am Donnerstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde auf das US-Festland getroffen. Die Wucht des Sturms deckte Dächer ab, riss Fassaden von Häusern und ließ Strommasten umknicken. Meerwasser überflutete die Küste weit bis ins Landesinnere. Rund um die besonders hart getroffene Stadt Lake Charles wurden auch Wasserwerke beschädigt. Im nahe gelegenen Westlake brannte am Donnerstag eine Chemiefabrik. Von der Polizei hieß es, es habe ein Chlorgasleck gegeben.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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