Das Schicksal von Kater „Tiger“ berührt: Tagelang litt er wegen zwei gebrochener Oberschenkel Schmerzen, nachdem er von einem Auto erfasst worden war. Weil es aktuell kein Einzelfall ist, stößt die St. Pöltner Tierheimleiterin eine Debatte über die artgerechte Haltung der Vierbeiner an.
Eine schmerzhafte Odyssee muss Kater „Tiger“ in St. Pölten hinter sich haben. Er war angefahren und vor einigen Tagen auf der Straße liegend gefunden worden. In der Tierklinik zeigte sich nicht nur, dass beide Oberschenkel gebrochen waren, die Brüche müssen auch mindestens zehn Tage alt sein.
„Mir kommen die Tränen, wenn ich daran denke, welche Schmerzen er gehabt haben muss“, so Victoria Bischof, Leiterin des St. Pöltner Tierheims, wo sich „Tiger“ nun von seiner stundenlangen OP erholt. Er ist mit seinem Schicksal dieser Tage nicht allein.
Auch „Leo“ war vom Auto erfasst worden. Seine Hüfte wurde zertrümmert, die Hinterläufe sind gelähmt. Eine Operation ist nicht möglich, in der Tierarztpraxis Pottenbrunn versucht man alles, damit „Leo“ eines Tages wieder laufen kann. Die Tierärzte der Landeshauptstadt geben auch bei Unfallopfer „Nacho“ alles. Der Jungkater kämpft nach Schädel-Hirn-Trauma und Lungenblutungen um sein Leben.
Kosten von mehreren Tausend Euro
Die Besitzer haben sich in allen drei Fällen noch nicht gemeldet. „Für die Erstversorgung des Trios sind uns schon Kosten von mehreren Tausend Euro angefallen“, berichtet Tierschutzvereinsobmann Thomas Kainz. Für ihn und Bischof hängt die Unfallhäufung mit den wärmer werdenden Temperaturen zusammen – viele Stubentiger seien nun vermehrt auf Wanderschaft.
Wohnungskatzen sind nicht arm und können ein sehr glückliches Leben führen, wenn man sie angemessen beschäftigt.
Victoria Bischof, Tierheimleiterin
„Nicht mehr geeignet“
„Doch ist es wirklich ,artgerecht’, Katzen neben Bundesstraßen und im Stadtgebiet frei laufen zu lassen?“, fragt sich Bischof. Für sie ist klar: „Wohnungskatzen sind nicht arm und können ein sehr glückliches Leben führen, wenn man sie angemessen beschäftigt. Arm sind jene Katzen, die sich tagelang unter unvorstellbaren Schmerzen durch die Gegend schleppen!“ Durch den stetigen Anstieg von Straßenverkehr und Bebauung seien viele Gegenden nicht mehr für Freigängerkatzen geeignet, ist Bischof überzeugt.
Der Tierschutzverein St. Pölten bittet dringend um Spenden mit dem Kennwort „Bruchkatze“: IBAN: AT20 2025 6000 0061 6193
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