22.08.2020 20:54 |

Straße unpassierbar

Murenabgang im Zillertal: 500 Urlauber sitzen fest

Unwetter wüteten am Samstag im Zillertal besonders stark - dort kam es zu gleich drei Murenabgängen. Urlauber saßen kurzzeitig fest, ein Motorradfahrer geriet in den Schlamm und kam zu Sturz.

Samstag gegen 15:45 Uhr ereigneten sich auf der Zillertal Bundesstraße im Ortsgebiet von Ginzling drei Murenabgänge. Die größte Mure hatte eine Breite von 30 Metern und eine Höhe von fünf Metern. Ein 64-jähriger, deutscher Motorradfahrer geriet in den Schlamm der dortigen Mure und kam zu Sturz. Dabei zog er sich eine Verletzung am Rücken derzeit unbestimmten Grades zu. Weiters sind zwei Fahrzeuge zwischen den Muren eingeschlossen. Die Insassen sowie die Fahrzeuge kamen dabei nicht zu Schaden.

Urlauber sitzen fest
Aufgrund des am Samstag stattgefundenen Steinbockmarsches befinden sich derzeit noch 500 Personen und rund 100 Fahrzeuge in Ginzling und können die Ortschaft aufgrund der Murenabgänge nicht verlassen. Diese werden vor Ort von der Bergrettung Ginzling und Mayrhofen versorgt.

Straße für drei Stunden offen
Wie die Polizei mitteilt, wird die Bundesstraße kurzzeitig für drei Stunden geöffnet, um den Urlaubsgästen die Möglichkeit zur Abreise zu geben. Im Anschluss wird die Straße bis zum Sonntag komplett gesperrt.

Keine Verschütteten im Stilluptal
Ebenso ereigneten sich Samstag gegen 16:05 Uhr im Stilluptal zwei Murenabgänge im Abstand von ca. 200 Metern im Bereich der „Gradlaste“. Ein Fahrzeug ist hier ebenfalls von den Muren eingeschlossen, die Insassen sowie das Fahrzeug sind hier unversehrt. Es gibt keine Hinweise auf verschüttete Personen.

Unwetterprobleme auch im Ötztal
Samstag gegen 14:15 Uhr kam es aufgrund von Starkregen und Gewittern zu einem Murenabgang in Aschbach, Gemeindegebiet Längenfeld, bei dem eine Gemeindebrücke auf einer der B186 anliegenden Gemeindestraße geflutet wurde. Die Gemeindestraße wurde aufgrund der Wetterlage in Absprache mit dem Einsatzleiter der FF und dem Bürgermeister der Gemeinde Längenfeld kurzzeitig für den gesamten Verkehr gesperrt.

Straße einspurig
Nach Beruhigung der Lage wurde eine wechselseitige, einspurige Verkehrsregelung eingerichtet. Die Brücke wird durch ortsansässige Bauunternehmen frei geräumt. Personen kamen keine zu Schaden. Im Einsatz standen ca. 20 Mann der FF Huben.


Brücken weggerissen
In Sölden im Ortsteil Kaisers trat der „Wütenbach“ über die Ufer. Dabei wurde eine Fahrradbrücke und eine weitere Brücke eines Forstweges von einer Mure weggerissen. Der Radweg und die Forststraße bleiben in diesem Bereich auf unbestimmte Zeit gesperrt.

Wanderer konnten geborgen werden
Gegen 16 Uhr kam es aufgrund des heftigen Unwetters im „Langen Tal“ im Gemeindegebiet von Neustift i St zu einem Murenabgang, welcher die Zufahrtsstraße zwischen Ranalt und der „Bsuchalm“ komplett verlegte. Die Straße ist derzeit für den Fahrzeug- sowie Fußgängerverkehr nicht mehr passierbar. Die eingeschlossenen Fußgänger/Wanderer konnten von den Einsatzkräften geborgen werden.

Kaunertaler Gletscherstraße verlegt
Im Kaunertal wurde die Gletscherstraße durch eine Mure auf einer Länge von ca. 50 m bis zu zwei Meter hoch verschüttet. Da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Fahrzeuge bzw. Personen betroffen sind, wurde der Murenkegel von der Feuerwehr Kaunertal abgesucht.

100 Pkw und Bus eingeschlossen
Der Murenabgang wurde in weiterer Folge von Verantwortlichen des Wasserbauamtes begutachtet und zur Räumung freigegeben. Die Gletscherstraße konnte durch schweres Gerät einspurig geräumt werden, damit die hinter der verschütteten Gletscherstraße befindlichen Personen/Fahrzeuge herausgelangen konnten. Dabei handelte es sich um 100 Pkw und einen Reisebus.

Die Gletscherstraße wird aktuell noch vollständig geräumt und wird ab Sonntag wieder befahrbar sein.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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