Sinnlose Zufallsopfer

Nach Lugner-Drohung: Türke (30) nun eingewiesen

Gericht
28.01.2026 12:45

Wie wild hämmerte ein 30-Jähriger im Dezember 2024 gegen eine Glasscheibe in einem Einkaufzentrum, schrie „Ich bring‘ euch alle um“. Dahinter saß Simone Lugner. Es kam zum Prozess und überraschend auch zum Freispruch. Nur wenig später attackierte der Türke aber drei Zufallsopfer – man kann nur von Glück reden, dass niemand schwer verletzt wurde. Eine Psychiaterin sagt jetzt, im Gegensatz zum letzten Mal: Der Betroffene ist nicht zurechnungsfähig. Unterbringung!

Mit leerem Blick sitzt der 30-Jährige auf der Anklagebank im Wiener Landl. Er antwortet der vorsitzenden Richterin nur leise, man versteht ihn kaum. „Ich entschuldige mich, dass so etwas passiert ist“, nuschelt der in Tirol geborene Türke im Dialekt. Vom rabiaten Mann, den die Anklageschrift beschreibt, ist nichts übrig – wohl der starken Medikation geschuldet. 

Drei sinnlose Zufallsopfer
Das war im Oktober 2025 aber noch ganz anders: Innerhalb weniger Tage beging der 30-Jährige drei völlig sinnlose Gewalttaten auf Zufallsopfer. Im André Heller Park in Wien-Floridsdorf attackierte der Betroffene einen 60-Jährigen, der ihn auf das Radfahrverbot in der Anlage hinwies. Mit einem Faustschlag ins Gesicht brachte der Türke das Opfer zu Boden und trat weiter auf ihn ein. „Auf einmal hat er mir mit so einer Holzlatte auf den Kopf geschlagen“, erinnert sich der 60-Jährige als Zeuge. Glücklicherweise ist nichts Gröberes passiert.

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Ich hab‘ zwei Frauen Watschn gegeben.

Betroffener hatte es besonders auf weibliche Opfer abgesehen.

Genau wie einer Frau, die zwei Wochen später auf der Rolltreppe in der U-Bahn-Station Zieglergasse stand – die der Betroffene einfach umstieß. Auch sie blieb, Gott sei Dank, leicht verletzt. Der dritte Vorfall spielte sich auf der Mariahilferstraße ab. „Ich hab‘ zwei Frauen Watschn gegeben“, gibt der 30-Jährige zu. Einem Mann, der ihn danach aus Zivilcourage verfolgte, stach er mit einem Messer in den Oberschenkel. Einfach so.

Lugner bedroht: Freispruch!
Und trotzdem befand ihn ein psychiatrisches Gutachten im Juni 2025 noch als zurechnungsfähig. Als er einen Gerichtstermin hatte, weil er Simone Lugner in einem Einkaufzentrum mit dem Tod bedrohte. Den Prozess schwänzte er, wurde in Abwesenheit aber überraschenderweise freigesprochen. „Ich bring‘ dich um“ sei ihn Wien zu einer solch gängigen Aussage geworden, dass sie ohne Waffe oder entsprechende Geste nicht als gefährliche Drohung eingestuft werden könne. 

Das erneute Gutachten schaut jetzt aber ganz anders aus: Der 30-Jährige leidet an paranoider Schizophrenie, ausgelöst und verstärkt von exzessivem Cannabiskonsum. Psychiaterin Sigrun Roßmanith über das erste Gespräch im letzten Oktober: „Damals war er völlig verworren. Das kann man als Wortsalat bezeichnen. Er hört Stimmen.“

„Er fühlt sich in seiner Männlichkeit bedroht“
Besonders brisant: „Wenn wir uns die Opfer anschauen, sind das überwiegend Frauen. Er fühlt sich in seiner Männlichkeit von Frauen bedroht. Er hat das Gefühl, sie greifen ihn an.“ Vielleicht auch der Grund, warum er Simone Lugner während der Aufnahme einer Radiosendung bedrohte ...

Jetzt sagt der Türke der Richterin: „Es ist besser. Die blöden Gedanken gehen weg. Mir fallen sonst blöde Sachen ein. Das kann ich nicht beschreiben.“ Und laut Roßmanith wäre das in Freiheit und ohne Medikamente wieder genau so. Dem Senat bleibt also nicht anderes übrig, als den Mann in einem forensisch-therapeutischen Zentrum unterzubringen.

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