19.08.2020 08:00 |

Anklage nach Schlägen

Angriff auf Polizist führte zu Berufsunfähigkeit

Ausgerechnet einen Chefinspektor in Zivil soll ein Serbe (36) attackiert und ihm drei Schläge ins Gesicht verpasst haben, da der Beamte seinen Freund mit einem Diebstahl konfrontierte. Nun, Jahre nach dem Vorfall im Salzburger Hallein, ist der Serbe angeklagt: Bis zu fünf Jahre Haft drohen, da der Ermittler seither dienstunfähig ist.

4. Oktober 2015 im McDonald's in Hallein: Ein Beamter besuchte an jenem Tag in seiner Freizeit das Fast-Food-Lokal. In der Toilettenanlage zog der Mann seine Jacke aus und hängte sie auf. Als er sie wieder anziehen wollte, fiel ihm auf, dass die Geldtasche fehlte. Schnell erfasste der Ermittler in Zivil einen Verdächtigen, konfrontierte diesen mit dem Diebstahl, lauten die Ermittlungsergebnisse.

Anzeige auf freiem Fuß
Daraufhin soll sich der nun angeklagte Serbe (36) eingemischt haben: Der Mann packte laut den Behörden den Beamten am Hals, drückte ihn gegen eine Wand und verpasste ihm drei Faustschläge ins Gesicht. Anschließend verließen die beiden Männer das WC. Der Beamte lief nach und bat eine Angestellte, die Polizei zu rufen. Eine Fahndung wurde eingeleitet. Etwas später konnten die Gesuchten am Grenzübergang bei Piding gestoppt werden. Sie wurden nach Rücksprache mit der Salzburger Staatsanwaltschaft auf freiem Fuß angezeigt.

Vorfall löste beim Opfer psychische Probleme aus
Viereinhalb Jahre nach dem Vorfall erhob die Staatsanwaltschaft Salzburg nun Anklage gegen den serbischen Handwerker. Er muss nun am 10. September in das Salzburger Landesgericht. Die Vorwürfe: Nötigung und Körperverletzung mit schwerer Dauerfolge. „Mein Mandant ist nicht geständig“, sagt Verteidiger Kurt Jelinek. Zwischen sechs Monaten und fünf Jahren Haft drohen bei einer Verurteilung: Weil der Vorfall den Polizisten psychisch derart mitgenommen hat. Ein Gutachter attestierte eine posttraumatische Belastungsstörung. Seither ist der Beamte berufsunfähig.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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