13.08.2020 06:00 |

Alles überschwemmt

Jahrhundert-Unwetter im steirischen Joglland

„Land unter“ hieß es am Dienstag im Joglland. Nach dem Jahrhundert-Unwetter muss jetzt aufgeräumt werden, die Schäden sind enorm. War ein Staubecken schuld am Hochwasser?

Unglaubliche 50 Liter Regen pro Quadratmeter gingen Dienstagnachmittag über Teilen des Jogllandes nieder. „Es war ein Jahrhundertunwetter!“, sagt Anita Feiner, Bürgermeisterin von Strallegg, zur „Steirerkrone“. „Der Ort selbst ist mit einem blauen Auge davongekommen. Aber im Tal entlang der Feistritz wurde alles überschwemmt.“

Familienbetrieb einfach weggeschwemmt
Schwer getroffen wurde etwa die malerisch gelegenen Joglland-Seehütte, eine Jausenstation, die seit 1984 in Familientradition mit viel Liebe geführt wird. Hier hat das Hochwasser viel zerstört. „Ich habe eine Warnung bekommen. Wir konnten noch schnell alle Gäste und Autos in Sicherheit bringen“, ist Paul Töglhofer erleichtert, dass keinem etwas passiert ist. Aber seine Hütte war danach 15 Zentimeter hoch mit Schlamm bedeckt. „Gott sei Dank hat uns die Feuerwehr geholfen, alles hinauszuräumen. Vielen Dank.“ Die Saison ist für die Familie beendet. „Aber wenn es irgendwie geht, wollen wir wieder aufsperren.“

„Wie hat es so weit kommen können?“
Und er fragt sich, wie es überhaupt soweit habe kommen können. Der Stausee des Kraftwerks sei völlig verlandet, was bedeutet, dass sich Sand und Geröll abgelagert haben und dadurch weniger Stauraum zur Verfügung steht. Auch altes Treibgut von einem Unwetter liege dort. „Ich habe mehrfach versucht, diese Gefahr im Verzug zu melden“, sagt der Gastwirt. „Ohne Erfolg.“

„Höheres Naturereignis“
Wir haben bei der Energie Steiermark nachgefragt. „Das Holz liegt noch an derselben Stelle, hier wurde neues Holz angeschwemmt. Das war ein höheres Naturereignis“, erklärt Konzernsprecher Urs Harnik. Und dass es zu einer Verlandung gekommen ist, könne er sich nicht vorstellen, dazu sei die Aufsicht zu streng, so die Stellungnahme dazu.

Brücken und Straßen aufgerissen
Neben anderen Kommunen ist auch die Gemeinde Ratten massiv betroffen, wo sich am Mittwoch das ganze Ausmaß der Schäden zeigte. Bürgermeister Thomas Heim brach extra seinen Familienurlaub ab: „Es ist wirklich brutal. Alle Brücken wurden weggerissen, die B72 ist auf 50 Metern aufgerissen.“ Das Land schätzt den Schaden auf eine Million Euro, die Straße muss voraussichtlich fünf Wochen gesperrt bleiben.

Rattens Vizebürgermeisterin Daniela Zapf war seit Dienstag ununterbrochen im Einsatz, um zu organisieren und zu helfen, wie etwa die Trinkwasserversorgung wieder zu gewährleisten. Es steht leider zu befürchten, dass es heuer nicht das letzte Unwetter war.

Eva Stockner und Elmar Gubisch, Kronen Zeitung

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