21.07.2020 23:36 |

Gästeeinbruch

Freibäder ringen im Corona-Sommer um Besucher

Von einem Rekordsommer sind Salzburgs Freibäder zurzeit meilenweit entfernt: Statt 140.000 Gäste wie im Vorjahr suchten heuer – Stichtag 20. Juli – bisher nur 57.000 Erfrischung in einem der städtischen Bäder. Die Corona-Maßnahmen und das schlechte Wetter sorgen für Einbußen um 50 Prozent in den Bäder-Kassen.

Ein „Krone“-Lokalaugenschein am Dienstagnachmittag: Der Parkplatz beim Lepi ist voll, 1411 Plätze sind laut Anzeige im Bad noch frei. Die Obergrenze: 2500 Besucher. „Die volle Auslastung haben wir seit der Öffnung im Mai noch nie erreicht“, berichtet Bademeister Manuel Ernst mit Blick auf eine kleine Besuchergruppe im Eingangsbereich.

Zum Vergleich: In heißen Sommern der vergangenen Jahre waren oft bis zu 6000 Personen pro Tag im Freibad in Leopoldskron. Solch ein Ansturm bleibt durch die Corona-Maßnahmen heuer aus. „Aber auch ohne Corona war klar, dass heuer kein Rekordjahr sein wird. Seit Öffnung der Freibäder im Mai gab es nur acht wirkliche Badetage, der Rest fiel ins Wasser“, sagt Roland Oberhauser, Amtsleiter der städtischen Bäder.

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Ich bin im Sommer sehr gerne hier im Strandbad in Zell am See. Urlaub war ich auch schon in Italien. Egal wo ich bin, Abstand muss sein.

Berta Schrofner, Gast im Strandbad Seespitz in Zell am See

Durch Wetter und Virus-Krise rechnen die Betriebe mit 50 Prozent weniger Gästen. Die Hälfte der Einnahmen fällt weg. Dazu kommt, dass es heuer keine Saisonkarten gibt. „Vergangenes Jahr haben wir 10.000 Karten verkauft“, so Oberhauser. Wie groß das Minus letztendlich sein wird, kann man erst nach der Saison sagen. Fest steht: Den herben Verlust werden die Betriebe heuer mit Sicherheit nicht mehr aufholen können.

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Diesen Sommer möchte ich mit meinen Kindern voll nutzen. Von Wandern über Bergsteigen bis zum regelmäßigen Besuch im Schwimmbad.

Bergretter Hannes Kocher

Schauplatzwechsel in den Lungau: Auch im Mauterndorfer Freibad ist am Dienstag einiges los. „Ich bin heute mit meinem Kind hier, gemeinsam genießen wir den Tag“, erzählt Sarah Gahr aus Weißpriach. Den Sommer verbringt die Salzburgerin – wie viele – im eigenen Heimatland. „Mit den Kindern wollen wir heuer die Freizeitangebote vor der Tür so richtig nutzen“, sagt Hannes Kocher, Bezirksleiter der Lungauer Bergrettung, der auch in Mauterndorf planscht.

Fakten

In den Freibädern gelten Besucherobergrenzen. Gäste der städtischen Bäder können den aktuellen Stand der Besucher im Internet unter stadt-salzburg.at einsehen. Die Anzahl der zugelassenen Badegäste richtet sich nach den Vorgaben der Bundesregierung: Pro Gast 10 Quadratmeter Liegefläche. Das Lepi ist für 2500 Besucher zugelassen. Im Volksgarten gilt ein Limit von 750 Gästen, ins AYA-Bad dürfen 550 Menschen. Es gilt die Abstandsregel sowie eine begrenzte Personenanzahl in den jeweiligen Becken.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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