20.07.2020 13:22 |

Anti-Rassismus-Debatte

Hamilton legt sich mit Haas-Pilot Grosjean an

Hungaroring-Sieger Lewis Hamilton kritisiert Kollege Romain Grosjean (34) und sucht nun das Gespräch mit FIA-Präsident Jean Todt (74). Seiner Meinung nach ist den beiden die Anti-Rassismus-Message der Formel-1 nicht wichtig. Im Video oben diskutiert Michael Fally mit Krone-Sportchef Peter Frauneder über Hamiltons Einsatz.

Wie krone.at bereits berichtete, war Lewis Hamilton nach seiner Machtdemonstration beim Ungarn-GP richtig sauer: Denn, obwohl in der Formel 1 ein gemeinsames Auftreten gegen Rassismus besprochen wurde, fanden sich die meisten Kollegen bei der symbolischen Geste zu spät ein. Alles wirkte extrem unkoordiniert. Jetzt verriet Hamilton der britischen Nachrichtenagentur „PA“ gegenüber, wie er seine Situation sieht.

Persönliche Kritik
Dass die Debatte immer emotionaler wird, zeigt die Tatsache, dass Hamilton nach dem Rennen zum ersten Mal einen Kollegen persönlich kritisierte - und zwar den Franzosen Romain Grosjean (34). Das kommt nicht von ungefähr: Der Haas-Pilot ist der Direktor der GPDA (des GP-Piloten-Verbands). Grosjean hätte die Macht, zur Einigkeit in der Causa aufzurufen, tut es aber nicht, klagte der Brite.

Triumvirat entscheidet
Grosjean führt die Organisation nicht alleine, ihm stehen der Österreicher Alex Wurz und Ferraris Sebastian Vettel zur Seite. Beide unterstützen laut Hamilton sein Vorliegen. Nur Grosjean nicht. „Es gibt definitiv zu wenig Unterstützung für mein Anliegen“, sagt Hamilton, „es ist, als ob es jetzt kein Thema mehr wäre. Es fehlt an Leadership bei der GPDA. Aus meiner Sicht schaut es so aus: Viele meinen, ‘einmal haben wir es gemacht, das genügt‘.“

Grosjeans Rolle
Dann spricht er über Grosjeans Rolle: „Wir sind alle Mitglieder der GPDA. Und die GPDA wird von drei Menschen geführt, von denen zwei mein Vorhaben unterstützen. Nur einer denkt, die Fortsetzung des Protests sei nicht mehr wichtig“.

Millionen für Projekt
Und während der Präsident des F1-Eigentümers Liberty, Chase Carey, eine Million Dollar von seinem eigenen Geld in Anti-Rassismus-Kampagne investieren will, sieht Hamilton die Rolle des Automobilverbands (FIA) viel kritischer. Obwohl dieser auch ca. eine Million Euro dafür bereitstellen soll. Hamilton will diese Woche trotzdem mit FIA-Präsident Jean Todt reden: „Wir haben kaum Fortschritte erzielt, wir haben noch nichts erreicht. Wo ist Jean? Wir brauchen einen Leader.“

krone Sport
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