Puskas Akademia

Orbans Dorf-Klub schafft es in die Europa-League

15 Jahre nach der Gründung und sieben Jahre nach dem Aufstieg in die erste Klasse war es am Wochenende so weit: Die Mannschaft aus dem Heimatdorf des ungarischen Premiers, Puskas Akademia Felcsut, hat sich zum ersten Mal für den Europacup qualifiziert. Reichlich unterstützt mit Steuergeld.

Felcsut genießt im ungarischen Fußball eine Sonderstellung. Der Klub wird von Orbans gutem Freund, dem reichsten Menschen Ungarns, Lörinc Meszaros, dirigiert. Das Stadion-Schmuckkästchen vor Orbáns eigenem Garten, und eine (fast immer leere) Eisenbahn als Zubringer stehen symbolisch für die wirtschaftlichen Möglichkeiten in Felcsut. Möglichkeiten, von denen andere Klubs (auch im Ausland) nur träumen. 

Wie durch Zufall
Die finanzielle Dominanz von Puskas Akademia rührt von einer besonderen Art von Steuer für Unternehmer in Ungarn, dem sogenannten TAO (Körperschaftssteuer). Das ist 9 Prozent der Steuerbemessungsgrundlage, mit denen frei Sport- und Kulturvereine gefördert werden dürfen. Wie durch einen Zufall wollten diese Unternehmer am meisten den Klub des Premiers fördern: Mit 71 Millionen Euro in den letzten 9 Jahren.

Luxus-Trainingsmöglichkeiten, Verhältnisse, wie sonst nur in England und für andere ungarische Mannschaften unbezahlbare Transfer-Coups katapultierten Felcsut aus der ungarischen Fußball-Realität in die Europa League. Am Wochenende besiegte das Team die Traditionsmannschaft Honved Budapest 2:1 und schaffte damit den größten Erfolg in seiner noch jungen Geschichte.

Kaum Fans
Zuschauer dürfen in Ungarn trotz Coronavirus-Warnungen ins Stadion kommen. In Felcsut braucht man deswegen keine Angst zu haben. Im 1800-er Dorf des Premiers sind selten mehr als 300 Leute im Stadion (Am Samstag waren es 1.900 beim Erkämpfen des historischen dritten Platzes). 

Kurios: Die Mannschaft nennt sich Akademia, zu Deutsch: Akademie. In der Siegermannschaft gegen Honved spielten exakt drei Akademiker, alle anderen Spieler sind langgediente Stars der ungarischen Liga oder teure Legionäre. Das historische Tor in der 83. Minute erzielte der Niederländer Luciano Slagveer.

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